Die Grünen haben mit Benjamin Schraven einen Parteilosen als Kandidaten für das Bürgermeisteramt aufgestellt.

Parteilos möchte der Wissenschaftliche Mitarbeiter am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik auch bleiben. "Ich bin alles andere als ein Parteipolitiker. Meine Heimatgemeinde liegt mir aber sehr am Herzen und ich möchte, dass hier einiges anders läuft", erklärt der 41-Jährige.

Zudem müsste es nach spätestens zwei Wahlperioden grundsätzlich einen personellen Neuanfang geben - egal ob im Bundeskanzleramt oder in einem Rathaus.

Mehr Mitsprache für die Bürger

Die größte Herausforderung für Knetzgau sieht Schraven darin, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Er wünscht sich dringend mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung bei den politischen Entscheidungen in Knetzgau.

"Sowohl beim Thema Zukunftsorientierung als auch beim Thema Transparenz gibt es heute leider schwerwiegende Mängel in Knetzgau", findet der 41-Jährige. Weitere Schwerpunkte einer möglichen Amtsperiode als Bürgermeister seien die Themen Vereinsarbeit, Beschäftigung, Wirtschaft und Energieversorgung.

Schraven möchte den Willen der Gemeindemitglieder, sich aktiv für Knetzgau einzubringen, besser nutzen. "Die Leute werden bis jetzt immer bei der politischen Teilhabe ziemlich ausgebremst."

Die interkommunale Zusammenarbeit ist für Schraven entscheidend, um bei so wichtigen Themen wie ÖPNV oder auch der Verkehrsberuhigung voranzukommen. "Eine Kommune kann da alleine nur wenig erreichen", meint der Doktor im Bereich Entwicklungsforschung.

Auf die Frage, wie sich Knetzgau in den nächsten zehn bis 20 Jahren verändern sollte, antwortet er: "Wir werden lebendigere Ortskerne haben und wir versorgen uns weitestgehend selber mit erneuerbarer Energie. Kleine und mittlere Unternehmen haben sich in unserer Gemeinde angesiedelt und arbeiten im Bereich innovative Technologie aber auch im traditionellen Handwerk. Auch moderner und nachhaltiger Tourismus ist zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein unserer Gemeinde geworden."

Tourismus gezielt stärken

Um den Tourismus zu fördern, will Schraven konkrete Vorschläge machen und so Knetzgau für Kanu-, Wander-, Rad- und Wohnmobiltouristen deutlich attraktiver machen. Auch die Infrastruktur für Radfahrer müsse deutlich verbessert werden, konstatiert er.

Durch den Wegfall der Franz-Hofmann-Halle, die nun verfalle, habe es in Sachen Kultur leider einen ziemlichen Einbruch gegeben. Umso wichtiger sei es, das Schwimmbad zu erhalten. Auch müsse man sich noch viel aktiver um die Neuansiedlung von Unternehmen kümmern. "Sonst werden wir eines Tages noch vollends zur Pendlerkommune", fürchtet Schraven.

Froh ist er über den Willen der Knetzgauer, sich für ihre Gemeinde einzubringen: "Wir können uns glücklich schätzen, dass es noch so viele Menschen bei uns gibt, die sich ehrenamtlich engagieren."

Auch in der Verwaltung und im Bauhof habe Knetzgau "richtig gute Leute", die aber auch einmal entlastet werden müssten. Hier hat Schraven eine personelle Verstärkung der Mitarbeiter im Blick.

Und was wird Schraven am Wahlabend tun? - "Ein Bier trinken..." km