Studenten des Master-Studiengangs Zukunftsdesign der Hochschule Coburg und das Designforum Oberfranken haben über die Zukunft des Palmenhauses und damit über dessen künftige Nutzung nachgedacht. Vorgestellt wurde die umfangreiche Arbeit von Levin Fuchs in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats am Mittwoch, der Stadtrat soll über die kleinen Coburger Tropen im Rosengarten in seiner Sitzung am 21. November entscheiden.

Das Palmenhaus, das am Dienstag bei einem schweren Verkehrsunfall enorm beschädigt wurde, ist schon seit längerem in keinem guten baulichen Zustand mehr. Das Gebäude braucht eine neue Heizung, neue Fenster und vor allem ein Nutzungskonzept, um das große Gewächshaus aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Als der Bestand des 1984 eröffneten Palmenhauses wegen der zu erwartenden hohen Sanierungskosten von der Politik infrage gestellt wurde, rückte der Bau ins Interesse einer größeren Öffentlichkeit. Es "genießt über seine Funktion als Gewächshaus und der Ausstellung tropischer Vegetation hinaus eine hohe Wertschätzung unter den Bürgern", heißt es in der Studie der Studenten. Der Rosengarten und das Palmenhaus seien ein "Erholungsort und eine grüne Oase". Gleichwohl wird in der Analyse der Stärken und Schwächen festgestellt, dass es keine wahrnehmbare Vermarktung vonseiten des Tourismus gibt. "Auf Nachfrage direkt im Tourismusbüro wurde von einem Besuch dort abgeraten, ebenso waren die Angestellten nicht über die Öffnungszeiten informiert", heißt es auf Seite 27 in der von den Studenten erarbeiteten Analyse zum Palmenhaus.

Um das Palmenhaus zu erhalten und attraktiver zu machen, schlägt die Arbeitsgruppe zu allererst die Sanierung vor, dabei den Anschluss an das Fernwärmenetz. Weiter seien dort Veranstaltungen verschiedenster Art denkbar, die Zahl der Pflanzen sei zu verringern und dafür die Beschilderung und Erläuterungen zu verbessern. Da das Restaurant im Kongresshaus aktuell geschlossen ist, könnten kurzfristig Automaten mit Snacks und Getränken Abhilfe schaffen.

Unabdingbar ist nach den Erkenntnissen der Studenten ein Beleuchtungskonzept für das Palmenhaus und den Rosengarten sowie ein aktives Marketing. Vorstellbar ist weiter eine Zusammenarbeit mit dem Naturkunde-Museum, mit temporären Ausstellungen und Vorträgen. Auch als Lernort wurde das Palmenhaus ausgemacht. Das Palmenhaus sei erhaltenswert, so das Fazit. Für eine sichere Zukunft brachte Levon Fuchs einen Förderverein ins Gespräch.

Der Bau- und Umweltsenat nahm "die Gedankenspiele" (Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber) zur Kenntnis. Das Konzept soll in die Entscheidungsfindung des Stadtrats einfließen. cw