Mit einer Taufe und Lichteffekten wurde in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in Herzogenaurach die Osternacht begangen. Die Feier, die um 21.30 Uhr begann, war sehr gut besucht. Begleitet von 25 Ministranten zelebrierte Stadtpfarrer Helmut Hetzel, der auch die Predigt hielt, unterstützt von Pastoralreferent Thomas Matzick, den Gottesdienst. Die Messfeier wurde durch einen Chor unter der Leitung von Toni Rotter musikalisch umrahmt.
Auf dem Kirchenplatz wurde das Osterfeuer entzündet, das auch dazu diente, die Wattebäusche der Taufe und die verbliebenen geweihten Öle des vergangenen Jahres zu verbrennen. Pfarrer Hetzel nahm zunächst die Weihe des Feuers vor, bevor er an diesem Osterfeuer die Osterkerze und die Kohlen für das Weihrauchfass entzündete. Danach wurde die brennende Osterkerze unter den Klängen des "Exsultet" in das Gotteshaus hineingetragen.
Der Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis war der Inhalt der ersten Lesung, die zweite Lesung aus dem Buch Exodus hatte den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten zum Inhalt. Die dritte Lesung aus dem Buch Ezechiel thematisierte die Verheißung an das Volk Israel.


Gloria und Glockenklang

Nach der Prozession durch die Kirche wurde die Osterkerze auf ihren Ständer beim Altar gestellt. Dadurch gelangte das Licht in die Stadtpfarrkirche, denn auf dem Weg durch das Kirchenschiff entzündeten die Gläubigen mit Unterstützung der Ministranten ihre Kerzen an dieser Osterkerze, so dass der Raum sich allmählich aufhellte. Darauf ließen Trompete und Orgel ihren Klang von der Empore erklingen und die Gemeinde stimmte in den Gloriaruf "Das neue Morgenrot erglüht" ein. Die Glocken verkündeten der ganzen Stadt die Osterbotschaft.
Der Chor der Stadtpfarrkirche wurde durch Strahler in ein gedämpftes Licht getaucht. Die vierte Lesung aus dem Römerbrief hatte den Inhalt, dass alle auf Christus getauft sind. Stadtpfarrer Helmut Hetzel trug das Evangelium nach Markus zur Auferstehung vor. Im Anschluss daran predigte er zu den Gläubigen.


Die Predigt

"Das Happy-End und alles ist gut!" Jedes Jahr erneut würden die Gläubigen Auferstehung spielen. Die Auferstehung bedeute aber viel mehr als nur die Erinnerung an ein Ereignis vor 2000 Jahren, die Auferstehung sei Gegenwart, sei Wirklichkeit.
Bereits in der ersten Lesung aus dem Buch Genesis zeige sich Gott bereit dazu, die Menschen in ihrer Ebenbildlichkeit zu akzeptieren. Er lasse sie auch nicht durch die Ägypter oder die Verbannung des Volkes Israel zerstören. Diese Ebenbildlichkeit werde durch die Auferstehung Jesu wieder hergestellt, die die Menschen mit seiner Kreuzigung zerstören wollten.
Alle Menschen trügen mit der Ebenbildlichkeit Gottes zwar auch seine Göttlichkeit in sich. Allerdings sei die Welt voller selbst ernannter Götter, die den Menschen ihre Vorstellungen aufzwingen wollten. Christen hätten aber den Auftrag, dass die Ebenbildlichkeit Gottes überall in der Welt respektiert werde. Mit den Worten: "Jesus schenkt uns Auferstehung - Dir und mir!" beendete Hetzel seine Predigt.
Da es zu Zeiten des frühen Christentums der Brauch war, nur einmal im Jahr, nämlich in der Osternacht, das Sakrament der Taufe zu spenden, wird alljährlich zu diesem Termin das Taufwasser geweiht. Zu diesem Zweck wurde die Allerheiligenlitanei durch den Chor und die Gemeinde in Gesangsform vorgetragen. Außerdem konnte Pfarrer Helmut Hetzel Mark Deavin das Taufsakrament spenden.


Weitere Kerzen

Nach Gabenbereitung und Kommunion weihte Pfarrer Hetzel außerdem die Osterkerze für St. Marien in Haundorf die Liebfrauenhauskirche und St Martin. Nachdem sie an der Osterkerze angezündet worden waren, übergab er sie dem Haundorfer Kirchenpfleger Baptist Lunz, Hans Schmid für St. Martin und einer Vertreterin des Liebfrauenhauses.
Der Gottesdienst schloss mit der Speisenweihe. An den Kirchentüren wurden für die Gläubigen geweihte Eier durch die Geistlichen und die Ministranten verteilt. Wer nach der Feier der Osternacht noch über Zeit verfügte, war zur Agape in das Pfarrzentrum eingeladen.