Während die Stadtverbandsvorsitzende der CSU, Angela Hofmann, schon in Richtung Kommunalwahlen 2020 blickte, schauten andere am Höfleser Scheunenfest erst einmal viele Jahre zurück. Die Ehrungen fanden auch dieses Mal einen würdigen Rahmen mitten im Ort und mitten unter den Bürgern.

Schon seit 65 Jahren ist Oskar Minarik aus Vogtendorf der CSU treu. Er war Mitbegründer des Höfleser Ortsverbandes und backt tatsächlich jedes Jahr zum Fest noch eine Torte. "Sie wurde sogar schon von unserer Europa-Abgeordneten Monika Hohlmeier gelobt," freute sich Ortsverbands-Vorsitzender Manfred Schubert.

Unterstützer und Macher

Die Laudatio für den fast 90-Jährigen war kurz, aber prägnant. Er sei 1954 in die CSU eingetreten und habe am 14. Juni 1983 den CSU-Ortsverband Höfles-Vogtendorf mit gegründet. Schubert lobte ihn als einen Unterstützer und Macher, als jemanden, auf den man sich immer verlassen könne. "Er ist schon so lange dabei. Als er eingetreten ist, waren viele der hier Anwesenden noch gar nicht auf der Welt."

Schon seit 35 Jahren ist Margot Müller aus Vogtendorf im Ortsverband aktiv. Genauer gesagt, seit dem 6. Februar 1984. Sie habe sich von Anfang an eingebracht, war viele Jahre in der Vorstandschaft und elf Jahre Schatzmeisterin. "Am Scheunenfest organisiert sie die Kaffee- und Kuchentheke." Außerdem sei sie Ersatzdelegierte für die Stadtversammlung. Manfred Schubert erinnerte auch noch einmal daran, dass Margot Müller für ihr Engagement im Jahr 2016 die Ehrenraute in Bronze erhalten habe.

Die Dritte im Bunde der Geehrten war Anneliese Rasmussen aus Kronach. Sie erhielt die Ehrennadel der CSU mit insgesamt drei Sternen. "Für jedes Jahrzehnt einen," erklärte Schubert. Sie sei 1989 eingetreten und sei auch Delegierte für die Ortsvertreterversammlung gewesen. Schubert: "Wir freuen uns, dass sie trotz ihres Wohnsitzes in Kronach uns die Treue hält."

"Die Ärmel hochkrempeln"

Zwischen Wahlwerbung und Urlaubsfeeling schwankte Stadtverbandsvorsitzende Angela Hofmann in ihrer Begrüßungsrede. Zwar sei die Atmosphäre am Höfleser Scheunen- und Familienfest wie immer entspannt und geprägt von gutem Essen und guten Gesprächen, aber ab jetzt müsse man auch die Ärmel hochkrempeln und eine zentrale Funktion einnehmen. Gerade der Ortsverband (OV) Höfles-Vogtendorf sei besonders aktiv. Als Impulse nannte sie "Jetzt red i" im November als Anstoß zur Dorferneuerung und im gleichen Rahmen vielleicht auch den Gehweg nach Vogtendorf. Der CSU gehe es dabei nicht immer nur um das "Was", sondern vor allem um das "Wie". Das "Was" bezog sich dabei auf Sachthemen und Projekte und das "Wie" auf die Vermittlung und die Information. Hier lobte sie Stadträtin Carin Bülling und Ortssprecherin Claudia Wellach für den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern. Hofmann: "Wir wollten keinen Wahlkampf betreiben, sondern Wahlwerbung. Wir wollen präsent sein, einen festen Standpunkt beziehen und unsere Position verteidigen." Im Wesentlichen gehe es um Sicherheit und darum, Wohnungen zu schaffen und Leerstand zu beseitigen. Auch auf Bildung und Infrastruktur lege man den Fokus, ebenso wie auf die medizinische Versorgung und die Stärkung von Handwerk, Handel und Industrie. "Wir werden unsere demokratischen Grundwerte und die Sachthemen öffentlich vertreten."

Nicht viele Worte brauchte Landrat Klaus Löffler, um das Bild eines aktiven Ortsverbandes mit beispielhaftem Engagement zu zeichnen. "Ein herzliches Vergelt's Gott für euren Einsatz." Passend dazu zitierte er Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Worte: "Heimat der Ort, an dem das ,Wir' Bedeutung bekommt." Er lobte Carin Bülling "als Beispiel für eine lebendige Kommunalpolitik." Vordenken müsse man und querdenken, denn nur so könne man auch gemeinsam an der Zukunft arbeiten. ml