Bamberg — Mitte Juli beginnt das juristische Nachspiel der Brandstiftung, die in der Nacht des 7. Dezember 2013 einen Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr und Hilfskräfte am Babenbergerring erforderlich gemacht hat. Teile des Gewerbe- und Ladenzentrums waren zerstört und mehrere Menschen in den darüber liegenden Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen worden: Die Bewohner wurden im Schlaf vom Feuer und Rauch überrascht und mussten mitten in der Nacht evakuiert werden.

Vier Prozesstage

Die beiden mutmaßlichen Täter müssen sich ab 14. Juli vor der Zweiten Strafkammer des Landgerichts verantworten. Bis Ende Juli sind vier Prozesstage angesetzt.
Angeklagt sind nach Angaben der Pressestelle des Oberlandesgerichts Bamberg zwei Männer: der 32 Jahre alte vormalige Betreiber eines Sonnenstudios am Babenberger Ring und sein 21 Jahre alter Neffe. Dem 32-Jährigen werden Anstiftung zur Sachbeschädigung, gemeinschaftliche besonders schwere Brandstiftung und versuchter Betrug angelastet. Der Jüngere muss sich ebenfalls wegen Sachbeschädigung und gemeinschaftlicher besonders schwerer Brandstiftung verantworten.
Beide sollen in der Nacht des 7. Dezember das Sonnenstudio mit Benzin in Brand gesteckt haben. Das Feuer richtete an Gebäude und Inventar einen Gesamtschaden von knapp 280 000 Euro an.
Der Betreiber meldete den Schaden seiner Versicherung. Die zahlte allerdings nicht, nachdem die polizeilichen Ermittlungen den dringenden Verdacht der Brandstiftung durch den Versicherungsnehmer zu Tage brachte.
Die den beiden Angeklagten ebenfalls angelastete Sachbeschädigung bezieht sich auf ausländerfeindliche Schmierereien. Solche waren in den Tagen vor dem 7. Dezember an Fassaden des Gewerbezentrums aufgetaucht. Der 21-Jährige soll sie auf Veranlassung seines Onkels angebracht haben - angeblich, um die Ermittler bei der späteren Brandstiftung auf eine falsche Spur zu locken. jb