Wenn man ein Kind schlägt, kann man durchaus einmal vor Gericht landen - selbst dann, wenn es das eigene ist. Jedenfalls musste sich am Mittwochnachmittag ein 37-jähriger Kulmbacher genau aus diesem Grund vor Richter Christoph Berner verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, am 9. März 2018 seinem dreijährigen Sohn eine massive Ohrfeige verpasst und sich damit der körperlichen Misshandlung schuldig gemacht zu haben.

Der Mann, der schon damals von seiner Frau getrennt lebte und derzeit mit ihr ein Scheidungsverfahren durchläuft, versuchte zwar anfänglich, die Tat zu vertuschen, indem er einen Sturz des Kindes vortäuschen wollte. Jedoch räumte er schon kurz danach sein Fehlverhalten vollumfänglich ein, legte über seinen Anwalt Karsten Schieseck ein Geständnis gegenüber der Polizei ab und begab sich selbst in eine Therapie zur Impulskontrolle.

"Ich war emotional sehr aufgewühlt, weil mir jemand an diesem Nachmittag erzählt hatte, meine Exfrau sei wieder schwanger", erklärte der Angeklagte vor Gericht. Daraufhin habe es mit einem seiner beiden Söhne eine kleine Auseinandersetzung gegeben, in deren Verlauf der Dreijährige mit seinem Spielzeugauto nach ihm geworfen habe.

Eine Kurzschlussreaktion

"Mein Mandant handelte unter großer emotionaler Belastung, er war aufgewühlt und ohrfeigte sein Kind in einer Kurzschlussreaktion", sagte der Verteidiger. Die Abdrücke auf der Wange des Kindes waren laut Gerichtsakten noch am nächsten Tag sichtbar.

Das Gericht und Staatsanwalt Julius Klug erkannten das Geständnis und die Reue des Angeklagten zu seinen Gunsten an, jedoch mochte Staatsanwalt Klug die beiden Vorstrafen des Angeklagten aus den Jahren 2006 und 2014 nicht ganz außer Acht lassen, obgleich diese nicht einschlägig waren. Damals war er wegen des Besitzes von kinderpornografischen Schriften und der Verbreitung von pornografischen Schriften zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Er folgte daher dem Antrag der Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens nicht.

Letzte Ermahnung

Richter Christoph Berner hielt es in diesem Fall für tatangemessen, für die vorsätzliche Körperverletzung eine Geldstrafe in Höhe von 100 Tagessätzen zu je 50 Euro zu verhängen. "Da darf aber jetzt nie mehr etwas passieren", ermahnte er den Angeklagten.

Seine Kinder durfte der Angeklagte übrigens seit dem Vorfall im März nicht mehr sehen, jedoch hat er gute Chancen auf einen künftigen begleiteten Umgang.