Baunach — Zu einer nicht alltäglich Stadtratssitzung hatte Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB) in die "gute Stube" des Bürgerhauses Lechner-Bräu eingeladen. "Gut sein und ein gutes Leben führen, bedeutet, anderen mehr geben, als man nimmt", zitierte er Tolstoi. An dieser Maxime hätten, so Hojer, Männer und Frauen aus Baunach ihr Wirken in der Stadt und für die Menschen ausgerichtet und es gelte nun, dies im feierlichen Rahmen zu würdigen.
Vollzogen wurde dies mit der Verleihung der Baunacher Ehrennadel, des Ehrenrings und der Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch den Bürgermeister und seine Stellvertreter Peter Großkopf und Tobias Roppelt. Nach Altbürgermeister Georg Wild ist nun Reinhold Schweda zweiter noch lebender Ehrenbürger der Stadt Baunach. Der 66-jährige Schweda habe, hob Hojer hervor, durch sein öffentliches Wirken entscheidend die Entwicklung der Stadt beeinflusst und das Wohl der Bürgerschaft gefördert. Ungezählt die Verdienste des neuen Ehrenbürgers. Bereits 1984 wurde er erstmals in den Baunacher Stadtrat gewählt, dem er bis 2014 angehörte, davon von 1996 bis 2002 sogar als Zweiter Bürgermeister. Er ist Mitinitiator und Mitbegründer des Baunacher Heimatmuseums und seit 36 Jahren im Arbeitskreis Heimatmuseum aktiv tätig. Seit 1974 ist er Erster Vorsitzender des Baunacher Freundeskreises, der unter anderem das Johannisfeuer ausrichtete und mit Kabarett-Abenden das kulturelle Leben in Baunach bereicherte. Im Wanderclub Baunach schreitet Schweda ebenso wie als Wallfahrtsführer nach Vierzehnheiligen stets vorneweg, nicht wegzudenken ist er bei den Bütten abenden des Ortskulturrings und als Faschingszug-Sprecher. Mit Mantel, Laterne, Hut und Hellebarde sieht man ihn oftmals durch Baunach ziehen, wo er sich als Nachtwächter als Kenner der Baunacher Stadtgeschichte präsentiert.
Zweithöchste Auszeichnung der Stadt Baunach ist die Verleihung des Ehrenrings. Diesen erhielt Gudrun Stößel. Sie wirkte 24 Jahre bis 2014 als Stadträtin, die letzten zwölf Jahre davon als Zweite Bürgermeisterin. 14 Jahre war sie im Vorstand des SPD-Ortsvereins, viele Jahre wirkte sie im Vorstand des Tennisclubs, des VdK, des Gesangvereins und im Förderverein Madgalenenkapelle. Große Verdienste erwarb sie sich bei der Verwirklichung der neuen Stadtbücherei.
Ehrenringträger ist nun auch Anneliese Saam, die 24 Jahre im Stadtrat und in verschiedenen Ausschüssen tätig war. Seit 1993 ist sie Ortsvorsitzende der CSU-Frauenunion, 20 Jahre war sie Schöffin am Landgericht Bamberg und seit 1997 ist sie ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht Bayreuth.
Den Ehrenring erhielt auch Erich Langhojer aus Dorgendorf, der seit 1990 dem Stadtrat Baunach angehört. Ebenso lange ist er Mitglied im Kirchenrat und Kirchenpfleger in der Filialkirche Dorgendorf, wo er sich maßgeblich für die Generalsanierung der Kirche und den Kauf einer Orgel einsetzte. Seit 17 Jahren ist er Wallfahrtführer der Dorgendorfer.
Wegen ihrer Verdienste um das Gemeinwohl wurden weitere neun Bürger mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Es sind dies Berthold Häfner aus Priegendorf (40 Jahre Feuerwehrdienst, 29 Jahre Kassier bei der DJK Priegendorf); Walter Jakubka aus Dorgendorf (seit 1977 Mitglied der FFW Dorgendorf, 150-maliger Blutspender); Hans Günther Kraus aus Baunach (12 Jahre Stadtratsmitglied, über zehn Jahre Vorstandsmitglied der KAB, 15 Jahre in der Vorstandschaft FC Baunach); Peter Krauß aus Baunach (24 Jahre Erster Vorsitzender beim Obst- und Gartenbauverein, 18 Jahre im Vorstand beim Gesangverein Baunach, 20 Jahre im Katastrophenschutz-Warndienst); Edeltraut Liebl aus Baunach (9 Jahre Katholischer Frauenbund, aktiv im Seniotel Baunach, Hilfe bei Veranstaltungen der Stadt); Wolfgang Martin aus Priegendorf (12 Jahre im Stadtrat, Mitglied in vielen Vereinen und ehrenamtliche Mitarbeit überall, wo es "brennt"); Josef Müller aus Dorgendorf (25 Jahre aktiver Dienst FFW Dorgendorf, lange Jahre Pflege des Friedhofs Dorgendorf). Horst Lange