Unter dem Titel "Drei Religionen - ein Gott?!" vermittelte Pfarrer i. R. Ewald Thoma im Bürgertreff "Sternstübla" viel Wissen um Religion an sich und über die drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Dabei wollte Pfarrer Thoma vor allem Grundlagenwissen vermitteln und enthielt sich jeglicher Wertung.
Ausgangspunkt war die Frage, was eigentlich eine Religion ist. Der Glaube an einen Gott, oder Götter, eine nicht beweisbare Existenz über Menschsein ist die Basis. Dazu kommen Gebote und Richtlinien direkt von diesem Gott - im Christentum also die Zehn Gebote, die Gott direkt an Moses gab, und Jesu Gebot der Nächstenliebe.
Hier falle der Islam aus dem Raster, denn dessen Gebote und Regeln kommen ausnahmslos von Mohammed, nicht von Allah direkt. Dazu kämen Riten und Bräuche, das Leben der Religion in Gebet und sichtbaren Handlungen. Pfarrer Thoma hob hervor, dass Unwissenheit und Ängste zu falschen Reaktionen führen, gerade auch wenn es um Religion geht.
Die Verfolgung der Juden über die Jahrhunderte sei vor allem auf Unwissenheit über das Judentum und seine Entstehung zurückzuführen. Die Christen hätten hier über Jahrtausende nicht ihre Herkunft gesehen, sondern das Judentum auf die Kreuzigung Christi verkürzt. Auffällig sei auch, dass praktisch alle Hochkulturen untergingen, als sie ihre Religiosität verloren, von den Ägyptern bis zu den Griechen und Römern. "Und auf welchem Weg wir gerade sind, möge jeder selbst beurteilen", meinte der Geistliche.


Die heilige Stadt

Sehr wissensreich ging Thoma auf die besondere Situation der für alle drei Religionen heiligen Stadt Jerusalem ein und auf das Paradoxon, dass diese Stadt, die "Stadt des Friedens" heißt, ein so unfriedlicher Platz ist. Er erläuterte Gemeinsames der Religionen, aber auch die Unterschiede und warnte vor Gleichmacherei. Denn "Toleranz bedeutet, den anderen gelten zu lassen, ohne die eigne Überzeugung aufzugeben". Wer Sorge hat, dass der Islam übermächtig Raum greift, der müsse sich auch wieder mit seiner eigenen Religiosität befassen. Gemeinsam sei allen drei Religionen, dass es Scharfmacher gibt, unterschiedliche Interpretationen und Menschen, die die Religion als Vorwand missbrauchen, um ganz andere Ziele zu verwirklichen, bedauerte der Redner. sw