Vestenbergsgreuth — 19 Jugendliche staunten am Freitagabend nicht schlecht, als es hieß: Alle Handys und Tablets in die Kiste! Schnell noch eine Kette mit einem Schloss darum gemacht und schon begann sie, die medienfreie Zeit der Jugendlichen.
In dem Jugendcamp "On/Off - medien(freie) Tage" lernten die Heranwachsenden sowohl, wie man Medien bewusst nutzt, als auch ein Leben komplett ohne Smartphone kennen. Bereits am Donnerstag haben sie sich unter Leitung von drei ausgebildeten Mitarbeitern des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt und des Erzbischöflichen Jugendamtes Höchstadt im Jugendcamp in Vestenbergsgreuth zusammengefunden, um erste Eindrücke zu sammeln und um sich kennenzulernen.
Am Freitag wurde dann der Schalter auf On gestellt. Den ganzen Tag durften die Kinder und Jugendlichen ihre Handys und Tablets nutzen. Gemeinsam mit den Betreuern machten sie eine Schnitzeljagd durch Vestenbergsgreuth, bei der QR-Codes gescannt wurden.
"Wir wollen eine Medienfreizeit, die nicht mit dem Finger zeigt", erklärt Stephan Noppenberger, einer der Leiter. Demnach wollen sie die Heranwachsenden vielmehr im Umgang mit Medien sensibilisieren und ihnen zeigen, dass man sie auch sinnvoll einsetzten kann. So haben die Leiter verschiedene Apps herausgesucht, mit denen man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.
Anschließend wurden die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt. An drei Stationen mussten sie verschiedenen Aufgaben mit dem Einsatz von Medien bewältigen und haben für ihr Projekt anschließend Punkte eingeheimst. Noppenberger erstellte an seiner Station, die komplett in der Natur lag, gemeinsam mit den Teilnehmern ein GIF. Vor allem in sozialen Netzwerken findet das immer mehr Beliebtheit. Ein GIF ist ein Mini-Video, das bearbeitet und oft mit einem Text hinterlegt wird. Meist entsteht, wie bei den Teilnehmern in Vestenbergsgreuth auch, ein lustiger Clip. Neben Saltos auf dem Volleyballfeld wurden auch Radschläge abgefilmt. "Wichtig ist uns auch, dass wir Medien und Natur verbinden", erklärt Noppenberger.
Um kleine Filme ging es auch bei der Station von Kathrin Bergauer. Sie erklärte den Teilnehmern, dass ein Film rund 20 Bilder pro Sekunde abspielt. Bei ihrem Projekt sollen aber letztendlich nur rund acht bis zehn Bilder pro Sekunde verfilmt werden.


Trickfilm hergestellt

Mit Hilfe eines Tablets filmten sie einen Trickfilm. Dazu haben sich die Jugendlichen im ersten Schritt eine Geschichte überlegt, bevor sie aus den vorhandenen Materialien Figuren und Gegenstände ausschnitten, um diese dann auflegen zu können. Von oben herab machte dann das Tablet immer wieder Bilder, bis letztendlich ein kleiner Trickfilm entstand. Am Freitagabend kamen dann alle Handys und Tablets der Teilnehmer in eine große Truhe, die von außen mit einem Zahlencode verschlossen war. Über Nacht wurde sogar der Strom ausgestellt.
Die Off-Zeit der medien(freien) Tage haben die Betreuer mit den Jugendlichen vor allem im Freien verbracht. Gemeinsam setzte man sich an ein Lagerfeuer und man hat eine Outdoor-Pizza auf dem Feuer gebacken, bevor am Sonntag ein Escape-Game gestartet wurde.
Damit die Jugendlichen wieder an ihre Handys gelangen, mussten sie bei dem Escape-Game verschiedene Aufgaben lösen, verschlüsselte Schriftzeichen entschlüsseln und so letztendlich den Zahlencode für die Truhe herausfinden.
Auch in den Sommerferien veranstaltet der Kreisjugendring in Vestenbergsgreuth ein Mediencamp, bei dem es dann allerdings darum geht, einen kompletten Film zu drehen. Wer sich hierzu noch anmelden möchte, kann sich unter www.kjr-erh.de an die zuständige Leiterin Kathrin Bergauer wenden.