Laut der Statistik der Agentur für Arbeit, Stand März 2018, waren im Landkreis Bad Kissingen 766 Menschen auf Hartz IV angewiesen, darunter 85 Alleinerziehende, die im Schnitt seltener über eine berufliche Ausbildung als andere Hartz-IV-Bezieher verfügen. Das meldet der DGB-Kreisverband Bad Kissingen/ Rhön Grabfeld. Sieben Alleinerziehende in Hartz IV hatten keinen Schulabschluss 46 keinen Berufsabschluss.

Der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Bad Kissingen/ Rhön-Grabfeld, Gerhard Klamet, fordert deshalb einen verstärkten Einsatz für die Qualifizierung von Alleinerziehenden durch die Jobcenter: "Die fehlenden Abschlüsse können durch die Situation bedingt sein. Wenn das Kind oder die Kinder vor oder während einer Ausbildung geboren werden, dann ist der Abschluss nicht immer einfach. Ein Abschluss ist jedoch das A und O am Arbeitsmarkt. Arbeitslose Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung - egal, ob sie ihren Schulabschluss nachholen, eine Ausbildung machen oder sich beruflich weiterbilden wollen", so Klamet.

Vor allem müssten die finanziellen Rahmenbedingungen während der Weiterbildung verbessert werden. "Wir brauchen einen Zuschlag auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV, wenn eine Weiterbildung gemacht wird, damit sich der Abschluss der Weiterbildung mehr lohnt als ein kurzfristiger Job im Niedriglohnbereich. Das könnte politisch auch sehr schnell beschlossen werden, wenn der Zuschlag noch ins laufende Gesetzgebungsverfahren zum Qualifizierungschancengesetz aufgenommen wird, meint der Kreisvorsitzende im DGB. red