Bei ihrer Mitgliederversammlung im Pfarrsaal der Christuskirche Forchheim blickten die Verantwortlichen der OBA, der Offenen Behinderten-Arbeit in Stadt und Landkreis Forchheim, auf ein ereignisreiches Jahr zurück, in dem sich viel getan hat. Es war ein Jahr der Veränderung. Es brachte Veränderung durch den Bezug von neuen Räumlichkeiten, Veränderungen in der Führungsmannschaft durch Neuwahlen, Veränderungen im hauptamtlichen Personalwesen und teilweise auch Veränderungen im vielfältigen Angebot, das die OBA den Behinderten und ihren Angehörigen macht.

OBA, der Verein einer Trägergemeinschaft von sieben Wohlfahrts- und Sozialverbänden, verdiene es, aufgrund seiner Arbeit stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt zu werden. Dies wird seit Jahren immer wieder bei den Zusammenkünften und Aktionen angesprochen. Den Bekanntheitsgrad der OBA besonders auch im Landkreis zu erhöhen, nannte auch der seit einem Jahr amtierende Vorsitzende Sebastian Beetz als eines der Ziele für das Jahr 2020.

Erste große Aufgabe der neuen Vorstandschaft sei es gewesen, so Beetz, der OBA neue Räumlichkeiten zu suchen, da die Kündigung der bisherigen Unterkunft in der Dreikirchenstraße bereits im Raum gestanden sei. Nach intensiver Suche sei man im Künstler-Kreul-Viertel in der Bayreuther Straße fündig geworden und optimal untergebracht.

Umzug ohne Probleme

Dank der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer von BRK, Wasserwacht, ASB, LH-Werkstatt und OBA-Mitarbeitern sei der Umzug rasch und ohne Komplikationen vonstattengegangen, so dass der laufende Betrieb nicht darunter leiden musste. Im neuen Domizil habe das OBA-Personal hervorragende Voraussetzungen für seine Tätigkeit.

Einen Personalausfall, so Beetz, habe man lösen können, indem man die Lohn- und Finanzbuchhaltung an ein Steuerbüro ausgelagert habe.

Seit geraumer Zeit schon habe der Wunsch nach mehrtägigen Freizeiten bei der OBA im Raum gestanden. Hier habe man auf Initiative von Wolfgang Badura, dem Leiter der Lebenshilfe Werkstätten, in Kooperation mit der OBA einen fünftägigen Aufenthalt auf Burg Feuerstein organisiert und dürfe vom Ergebnis begeistert sein. Man sei bestrebt, dies auch künftig wieder ins Programm aufzunehmen.

Beetz bedankte sich mit einem Geschenk bei Vorstandsmitglied Michael Weiß für seine mehr als zehnjährige Mitarbeit in diesem Gremium, die er aus persönlichen Gründen beenden musste, und hieß gleichzeitig seinen Nachfolger Christian Heitz willkommen.

Das vergangene OBA-Jahr ließ die Leiterin Ina Wilutzky Revue passieren. Mit Franziska Hohe habe man eine neue hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin für den Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsbereich gewinnen können und für den Verwaltungsbereich sei Tanja Welker mit ins Team geholt worden. Aktuell habe die OBA 45 geringfügig beschäftigte Mitarbeiter, von denen 15 im Familienentlastenden Dienst (FeD), zwei im Freizeitbereich und achtundzwanzig in beiden Bereichen tätig sind. Zusätzlich arbeite die OBA mit neun fest angestellten Assistenz- und zwei Durchführungskräften.

Für all diese Mitarbeiter gebe es auch ein Fortbildungsprogramm mit Angeboten wie Erste Hilfe, Infoabende über Behinderungsgrade, den Umgang mit Betroffenen usw.

Tolle Woche auf Burg Feuerstein

Im Assistenzbereich unterstützt die OBA die Suche bis hin zur Einstellung geeigneter Kräfte, d.h. es gibt eine individuelle Begleitung für Kindergarten, Schule oder Arbeitsleben. Derzeit sind dies acht Kinder in der Schule der Lebenshilfe und ein Kind im Kindergarten. Das Angebot der OBA steht jedem offen, auch ohne Verpflichtung durch die OBA selbst.

Action und Spaß bei Freizeit, Bildung und Begegnung zeigte die Leiterin Franziska Hohe auf. Zielsetzungen dabei seien die Entlastung der Familie, neue Erfahrungen für die Teilnehmer, Erholung, Spaß und Freude, gepaart mit Wissenserweiterung und Selbstbestimmung. Die Nachfrage hier sei so groß, dass man mit Wartelisten arbeiten müsse.

Von einem Highlight, dem fünftägigen Begegnungsaufenthalt auf Burg Feuerstein, berichtet Sozialpädagogin Kathrin Marquardt. OBA, LH-Werkstatt und die LVHS-Feuerstein hätten hier für eine für alle Teilnehmer unvergessliche Woche gesorgt. Für das pädagogische Programm war die Landvolkshochschule und für die Betreuung das Team der OBA verantwortlich. Marquardt berichtete von erlebnispädagogischen und naturnahen Angeboten, Selbsterfahrungs- und Wohlfühlübungen usw. Auch Besuche bei der Sternwarte, einem Bio-Bauernhof, Waldspaziergänge oder die Herstellung von Bienenwachstüchern seien bei den Teilnehmern bestens angekommen.

Momentan laufen demnach bereits erste Gespräche für eine Wiederholung im kommenden Jahr. Da dieses Projekt größtenteils spendenfinanziert war, müssten sich auch OBA und Lebenshilfe mit der Wiederholung beschäftigen. Für den FeD (Familienentlastender Dienst) berichtete Marquardt, dass man derzeit 78 Familien in Stadt (31) und Landkreis (47) betreue. Das Alter der Betroffenen reichte dabei von eineinhalb bis zu 95 Jahren. Erfreulich sei, dass die OBA einen Spendentopf eingerichtet habe, auf den man in Notsituationen zurückgreifen und unbürokratische Hilfe anbieten könne.

Geordnete Finanzen

Die finanzielle Situation der OBA beleuchtete Schatzmeisterin Christine Neubauer. Mehrausgaben sind demnach im Personalbereich entstanden, da man eine zusätzlichen Pädagogin beschäftige, mehrere geringfügig Beschäftigte eingestellt habe und gleichzeitig auch ein Mehrbedarf zur Schulbegleitung angefallen sei. Dies habe dazu geführt, dass der Jahresüberschuss 2018 nicht mehr so üppig ausgefallen sei wie im Vorjahr. Dennoch bewege sich die OBA in ruhigem Fahrwasser und man könne auch dem Abschluss des laufenden Jahres gelassen entgegensehen.