Ein flammendes Plädoyer für einen guten öffentlichen Nahverkehr auf dem Land hielt Landtagsabgeordnete Inge Aures bei der Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Presseck. Sie griff die Klagen von Fraktionsvorsitzendem Gerhard Leinfelder auf, der in seinen Ausführungen über die Kommunalpolitik das komplett unzureichende Angebot an öffentlichem Nahverkehr in Presseck stark bemängelt hat. "Wir werden abgehängt und ich habe den Eindruck, dass dagegen nichts getan wird", so Leinfelder.

Aures griff dies auf und verwies auf einen Antrag der Landtags-SPD, eine Expertenanhörung in Bayern durchzuführen. "Dafür waren alle. Es sind jetzt elf Experten am Werk, die den Fragenkatalog für die SPD zu beantworten versuchen. "Presseck ist da ein von mir immer wieder zitiertes Paradebeispiel für schlechten und teuren ÖPNV. Zu gleichwertigen Lebensverhältnissen gehört auch ein getakteter und bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr", sagte sie und begrüßte die Bemühungen des Landkreises, dem VGN beizutreten." Die SPD habe das im Kreistag schon vor fünf Jahren gefordert." Nach dem Willen der bayerischen Landtags-SPD sollen auch Schüler nach der zehnten Klasse und Auszubildende kostenfrei fahren dürfen. "Wir haben dies bereits mehrfach beantragt und dazu auch noch die Einbeziehung von Senioren mit angeregt. Wir stehen dem aktuell diskutierten 365-Euro-Jahresticket auch positiv gegenüber, aber das Land will die Kosten an den Bund und an die Kommunen weiterreichen. Und außerdem nützt das Ticket nichts, wenn keine Busse fahren", sagte Aures deutlich.

Nach der Aussprache über dieses wichtige Thema nahm Aures die Ehrung von Karlheinz Fröhlich für 50-jährige Mitgliedschaft in der SPD vor. Der Jubilar habe sich insbesondere in Energiefragen immer wieder ehrenamtlich und visionär engagiert, sagte die Abgeordnete. So sei Fröhlich unter anderem Vorsitzender des LQN-Arbeitskreises Energie und habe das Energiemonitoring in den Gemeinden koordiniert.

Fröhlich verwies auf seine Sozialdemokratischen Wurzeln, denn bereits sein Großvater sei über 50 Jahre bei der SPD gewesen und dieser nach dem ersten Weltkrieg beigetreten. "Sozialdemokratie ist auch Mut zum Weiterdenken", sagte Fröhlich, "deshalb möchte ich die SPD aufrufen, mehr die Themen der jungen Leute zu besetzen." Unter dem Beifall der Anwesenden überreichte er dann zusammen mit Ortsvereinsvorsitzendem Oliver Schott die Ehrenurkunde.

Begonnen hatte die Hauptversammlung mit dem Tätigkeitsbericht von Schott. Er zeigte dabei auf, dass die SPD ein breites Spektrum an Veranstaltungen angeboten habe. red