VON Hannes Helferich

Schweinfurt/Gernach — Georg Berchthold ist Jugendleiter des TSV Gernach. Für ein Jugendfußballturnier hat er beim Brauhaus in Schweinfurt im April rund 30 Kästen Bier und alkoholische Getränke persönlich abgeholt und im Autoanhänger nach Gernach transportiert. Nach dem erfolgreichen Fest Anfang Mai gönnte sich Berchthold erst einmal einen Urlaub.
Danach wollte er seine Kästen loswerden. Durch Zeitungsberichte wusste er, dass das Brauhaus Ende April dichtmacht. Berchthold steuerte deshalb Getränkemärkte an, die nach den ebenfalls veröffentlichten Informationen Brauhaus-Leergut bis 31. Juli annehmen. Als er aber im dritten Markt abgeblitzt war, rief Berchthold in einer Stimmungslage von "erstaunt bis verärgert" diese Zeitung an. Auch, weil es möglicherweise anderen Menschen auch so geht wie ihm. "Wo werde ich meine Kästen los?", lautete seine Kernfrage.
Weil der Reporter den Udo Grimm vom Getränkemarkt in der Schützenstraße als Kunde kennt, erhoffte er sich dort Rat. Grimm bestätigte die Verpflichtung, Brauhaus-Leergut anzunehmen. Sein Getränkemarkt nimmt Brauhaus-Leergut der eigenen Kunden noch bis 30. Juni an. Diesen früheren Schluss-Termin hat die Firma Edeka den Märkten in einem Rundschreiben Anfang Mai bekannt gegeben. Berchthold zeigte sich vom Entgegenkommen Grimms angetan, weniger vom Verhalten der anderen Märkte, darunter einem unter Edeka-Flagge. Und Grimm selbst merkte an, dass er weiterhin vornehmlich Leergut seiner Kunden entgegennehme. Im Fall Gernach habe er "aber einfach unbürokratisch helfen" wollen.