Unerwartet ist Bäckermeister Joachim Grosch aus Weitramsdorf mit 70 Jahren gestorben. Das oberfränkische Handwerk verliert mit ihm eine Unternehmerpersönlichkeit, die sich jahrzehntelang vielfältig ehrenamtlich für das Handwerk und für Oberfranken engagiert hat, heißt es in der Pressemitteilung der Handwerkskammer für Oberfranken.

Grosch machte sich bereits mit 25 Jahren mit einer eigenen Bäckerei in Weitramsdorf selbstständig. Später kamen noch Backlokale in Weidach und im südthüringischen Ummerstadt dazu. Grosch hatte immer schon auch internationale Kontakte, beispielsweise nach Japan, Irland und Armenien, um sich neue Ideen zu holen. Höhepunkte seines Schaffens waren neben seinen Messeauftritten in München oder Berlin sicherlich auch das Walnussbrot, das er 1982 für den Besuch des schwedischen Königspaars Carl Gustav und Silvia backen durfte sowie die Brezel, die er Bundespräsident Carl Carstens servierte.

Engagement für die Heimat

Sehr früh hat Joachim Grosch damit begonnen, sich ehrenamtlich für sein Handwerk und seine Heimat zu engagieren. 1975 wurde er Meisterbeisitzer im Gesellenprüfungsausschuss der Handwerkskammer und 1980 stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung Coburg-Neustadt. Von 1992 bis 2011 war er der Obermeister seiner Innung.

Über seinen Beruf hinaus hat sich Joachim Grosch von 1999 bis 2004 in der Vollversammlung der Handwerkskammer Coburg, und nach der Fusion bis 2014 in der Vollversammlung der Handwerkskammer für Oberfranken sowie als stellvertretender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Coburg engagiert.

Nach seiner aktiven Zeit in den HWK-Gremien war er seit 2018 Vorsitzender des Gewerberats des oberfränkischen Handwerks.

In zahlreichen weiteren Ehrenämtern engagierte sich Grosch federführend. Für seine Verdienste wurde Grosch mit dem Staatsehrenpreis des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums für das Bayerische Bäckerhandwerk und mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. red