Die Talentschmieden aus Hof, Lichtenfels, Rehau, oder Bindlach sind bei deutschen Meisterschaften im Nachwuchsbereich präsent, junge Ringer holten zuletzt zahlreiche nationale Medaillen, gestandene Athleten wie Ramsin Azizsir (ASV Hof) oder Hannes Wagner (AC Lichtenfels) räumten gar Edelmetall von internationalen Meisterschaften ab, gehören damit zur aktuellen Weltspitze.
Auch der junge Florian Pohl vom ASV Hof klopfte nach Silber bei der "Deutschen" der Junioren und Kadetten 2016 nun auch bei den Europameisterschaften der Kadetten in Schweden lautstark an.


Rückzüge von Hof und Lichtenfels

Doch an Mannschaften aus der Region mangelt es in den höherklassigen Ligen, Hof und Lichtenfels kämpften vor nicht allzu langer Zeit noch in der Bundesliga oder 2. Liga. Beide Vereine zogen sich jedoch zurück, da das Oberhaus finanziell, aber auch personell nicht mehr zu stemmen war. Dem Wettrüsten zwischen Nendingen, Weingarten, Mainz und Köllerbach war man nicht mehr gewachsen. So präsentierte der ASV Nendingen, Titelgewinner der letzten beiden Jahre, seinen Etat von über einer Million Euro. Damit ließ der ASV unter anderem den nunmehr dreifachen Olympiasieger Mikhail Lopez aus Kuba fürs Schwergewicht einfliegen.
Die Talente aus Hof, Lichtenfels sowie den kleineren Vereinen aus Oberfranken müssen sich derzeit nach anderen Klubs umsehen, wenn sie höherklassig kämpfen wollen. Der Blick geht dabei oft über die bayerische Landesgrenze hinaus. So wechselte Roman Walter (ASV Hof) vor drei Jahren zum AV Germania nach Markneukirchen, wo er inzwischen zu einer tragenden Säule des dortigen Teams wurde. Hannes Wagner heuerte nach dem Mannschaftsrückzug des AC Lichtenfels beim Bundesligisten ASV Mainz an, gehört dort ebenso zu den begehrten, deutschen Spitzenringern im Team.
Schon mehrere Jahre kämpft Ramsin Azizsir (ASV Hof) in der Bundesliga, wurde mit dem SV Germania Weingarten zuletzt zweimal Vizemeister. Für die bevorstehende Saison wechselte der Hofer von Weingarten zum KSV Aalen 05. Ob er seine internationale Laufbahn fortsetzt, ließ der Hofer nach der gescheiterten Olympiaqualifikation noch offen.
Neu im Zweitligageschehen ist Jannik Rausch vom RSC Rehau, der bei der WKG Pausa/Plauen unterschrieb und damit in der 2. Liga ringen wird. Ebenfalls zweitklassig wird der junge Hofer Enes Akbulut auf die Matte gehen. Er tritt für den Ex-Bundesligisten SV Wacker Burghausen an. Akbulut machte heuer bei den mitteldeutschen Meisterschaften in Luckenwalde auf sich aufmerksam, wo er gegen Erst- und Zweitligaringer eine sehr gute Figur abgab.
Die vier Oberfranken nutzen das Zweitstartrecht, um die Mannschaftskämpfe für die jeweiligen Erst- und Zweitligisten zu bestreiten. Das Erststartrecht verbleibt jedoch bei den Heimatvereinen, deren Farben sie bei Einzelmeisterschaften vertreten. Somit tragen sie den Ruf der oberfränkischen Talentschmieden weiter in die Welt hinaus. jöri