Fast aus allen Nähten platzte der Sitzungssaal im Baunacher Rathaus zur öffentlichen Sitzung des Stadtrates. Grund für dieses außerordentliche Interesse der Baunacher Bürger war der Tagesordnungspunkt "Flächennutzungsplanänderung Süd West und Sondergebiet Pferdehof". Vorgestellt wurde die beabsichtigte Maßnahme durch Kai Kutzner von der Planungsgruppe Strunz aus Bamberg. Befürworter und Gegner des Pferdehofes, den der Verein "Pferdefreunde Franken" sich wünscht, lauschten gespannt und nach vorheriger Ermahnung durch Bürgermeister Ekkehard Hojer (CBB) auch äußerst diszipliniert den Ausführungen des Fachmanns.
Notwendig ist die Verlagerung deshalb, weil sich die bisherige Bleibe der "Pferdefreunde" inmitten eines Wohngebietes im Bereich des Örtleinsweges befindet, dort keinerlei Möglichkeiten zur Erweiterung hat und in sehr beengten Verhältnissen für Mensch und Tier sein Dasein fristet und zudem einen städtebaulichen Missstand darstellt. Nach dem Willen der Verwaltung soll nun der neue Pferdehof in Verlängerung des Röderwegs und des Pfarrer-Röder-Rings in der Nähe der Freizeitanlage entstehen.


Gegner legen Widerspruch ein

Doch nichts ist schon in Stein gemeißelt: Bei dieser Flächennutzungs- und Landschaftsplanänderung mit einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange handele es sich, so der Bürgermeister, lediglich um einen vorbereitenden Bauleitplan zur Steuerung der städtischen Entwicklung. Hier würden lediglich Grundzüge dargestellt, die in keiner Weise verbindlich seien.
Dies hinderte die Gegner des beabsichtigten neuen Reiterhofes, dessen Verlegung von Stadtrat einstimmig befürwortet wird, nicht, mit zahlreichen Argumenten zu Felde zu ziehen und Einspruch und Widerspruch einzulegen. Als Gründe führten die Gegner des Pferdehofes an, dass das Planungsverfahren zugunsten eines Vereins anstatt nach gesamtgesellschaftlichen Kriterien durchgeführt werde, die Ausweisung einer Sonderbaufläche ausschließlich für den Verein "Pferdefreunde Franken" erfolge, das benachbarte Naherholungsgebiet stark
beeinträchtigt und die Verkehrssituation im Neubaugebiet weiter verschlechtert werde, die Lärmbelästigung zunehme und zudem die finanzielle Belastung der Allgemeinheit zu beklagen sei.


Mehr Abstand als bisher

Unverständnis hingegen beim Referenten Kai Kutzner. Er sah bei den Gegnern ein fast krampfhaftes Suchen nach fadenscheinigen Argumenten, um irgendwie den Pferdehof verhindern zu können. Auch der Stadtrat stellte fest, dass zwischen dem geplanten Pferdehof und den geplanten Wohnbaulandarealen sowohl nach Norden als auch nach Süden ein Abstand von gut 150 Metern liege. Dies sei deutlich mehr Abstand als beim bisherigen Standort zur nächstliegenden Wohnbebauung. Auch werde die Emissionswirkung des Pferdehofes allen Anschein nach deutlich überschätzt.


Keine Einwände

Auch vonseiten des Landratsamtes und anderen Trägern öffentlicher Belange wurden keine grundsätzlichen Einwände erhoben. Letztendlich billigte der Baunacher Stadtrat einstimmig den von der Planungsgruppe Strunz ausgearbeiteten Entwurf zur 13. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes in der Fassung vom 12. September 2017. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Verfahren fortzuführen.