Bei der "Langen Nacht der Kirchen" beteiligte sich auch die evangelisch-lutherische Stephanskirche. Das Motto hier lautete: "Tritt fest auf, mach's Maul auf, hör bald auf!"
Nach diesem Ratschlag Martin Luthers predigte die Lyrikerin und Leiterin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Nora Gomringer. Von der Kanzel herab sprach sie über ihre Eindrücke im Züricher Frauenmünster. Bei einem Glasfenster seien ihr bei ihrem letzten Besuch in der Kirche besonders weiße Stellen aufgefallen: die Seiten der Bücher, des weißen Papiers. Für Gomringer bedeutet das: "Bring Licht!"
Künstler und Licht arbeiten als Partner vereint. Da zu ihren Ausführungen über Licht die Abendsonne ihre Strahlen genau auf die Predigerin auf die Kanzel warf und nur dorthin, wurde diese Konstellation von allen Gästen mit freudigem Erstaunen erfasst. Höhepunkt war jedoch, als sie zum Schluss ein Gedicht ihres Vaters Eugen Gomringer über die Lichtarbeit Helmut Brucks sang. Die Klarheit ihrer Stimme beim Gesang in der wunderbaren Akustik der Kirche und der beeindruckende Predigtteil davor faszinierten die Besucher.
Nach Orgelimprovisationen von Otfried Sperl konnten sich die Gäste bei Essen und Trinken stärken und sich auch mit der Predigerin unterhalten.