Die Nieren regulieren den Wasserhaushalt unseres Körpers und befreien das Blut von Schadstoffen. In Deutschland wurde das lebenswichtige Paarorgan im Jahr 2019 etwa 2000 Mal transplantiert - 68 mal davon am Universitätsklinikum Erlangen.

Doch wie komplex ist die Vorbereitung der betroffenen Patienten auf eine Transplantation? Welche Vorteile hat eine Lebendspende gegenüber einer postmortalen Spende und was verändert sich für den Patienten nach der Transplantation? Diesen und weiteren Fragen geht Professor Mario Schiffer, Direktor der Medizinischen Klinik 4 - Nephrologie und Hypertensiologie des Uni-Klinikums Erlangen, in seiner Bürgervorlesung auf den Grund.

Erfüllen die Nieren ihre Funktion im Körper nicht mehr, ist der Betroffene auf ein Nierenersatzverfahren angewiesen - entweder auf die Blutwäsche oder eine Transplantation durch Organspende. Beim maschinellen Nierenersatzverfahren, der Dialyse, muss der Patient entweder mehrmals täglich eigenverantwortlich sein Blut über einen Bauchfellkatheter reinigen oder sich in einem Dialysezentrum mindestens dreimal wöchentlich jeweils für etwa vier bis fünf Stunden über einen Gefäßzugang dialysieren lassen - eine belastende Prozedur, die die Lebensqualität des Erkrankten und seiner Angehörigen stark beeinträchtigen kann.

Beim natürlichen Nierenersatzverfahren, der Transplantation, kommen grundsätzlich zwei Optionen der Organspende infrage: eine Lebendorganspende einer emotional nahestehenden Person oder eine anonyme postmortale Organspende aus dem Eurotransplantverbund. Die Stiftung Eurotransplant setzt auf die internationale Zusammenarbeit bei der Organtransplantation und ist für die Zuteilung von Spenderorganen an Patienten auf der Warteliste verantwortlich.

"Bei einer Lebendspende wird nicht nur der Organempfänger untersucht, sondern auch der potenzielle Spender", erklärt Professor Schiffer. Und zwar medizinisch, immunologische und psychosomatisch.

Leben nach der Transplantation

Und wie sieht das Leben mit einer neuen Niere aus? "Es sind weiterhin regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, dafür gibt es einen genauen Nachsorgeplan", sagt der Nephrologe. Wie wichtig diese Untersuchungen sind, zeigen internationale Zahlen: In den ersten drei Jahren nach der Transplantation verlieren drei bis fünf Prozent der Transplantierten ihr neues Organ durch Abstoßungsreaktionen oder andere Komplikationen wieder. Weitere Begleiterkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, nehmen im Verlauf zu. "Mit unserem Vor- und Nachsorgeprogramm stellen wir eine langfristige Patientenversorgung sicher und versuchen, diese Zahlen weiter zu senken", sagt Schiffer. red