Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat für sein Bundesland zum 6. Mai die Aufhebung der allgemeinen Coronabeschränkungen angekündigt. Fortan sollen Mittel des örtlich begrenzten Eingriffs sowie allgemeine Gebote eine erneute Ausbreitung des Coronavirus verhindern.

Kritik aus Franken

Mit seinem Vorstoß stieß Ramelow jedoch auf die Kritik des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, aber auch einzelne Landkreise und Städte zeigten sich unzufrieden. Dies geht aus einem gemeinsamen Brief der "Vertreter der fränkisch-südthüringischen Region" hervor, das von den Landkreisen Coburg, Lichtenfels, Kronach, Sonneberg und Hildburghausen sowie den Städten Coburg, Neustadt bei Coburg und Sonneberg unterzeichnet wurde.

Darin heißt es unter anderem: "Die Corona-Beschränkungen komplett aufzuheben, wäre, wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gesagt hat, ein fatales Signal mit voraussichtlich schwerwiegenden Konsequenzen für die Gesundheit unserer Bevölkerung." Mit Verweis auf die vielen grenzübergreifenden Pendler in der Region appellieren die Unterzeichner an Ramelow: "Lassen Sie uns also lieber weiter vorsichtig sein - gemeinsam und über Grenzen hinweg!"

Wilhelm Schneider stimmt zu

Der Landkreis Haßberge sowie die Kreisstadt Haßfurt haben sich an dieser Aktion indes nicht beteiligt – was jedoch keinesfalls an der fehlenden Unterstützung des Anliegens liege, wie Monika Göhr, Pressesprecherin des Landratsamtes Haßberge, auf Anfrage erklärte: "Wir haben leider von dieser gemeinsamen Aktion nichts gewusst. Offenbar haben die Oberfranken nicht an die unterfränkischen Landkreise gedacht, die ebenso betroffen sind." Landrat Wilhelm Schneider teile die Meinung seiner Landratskollegen sowie Oberbürgermeister und Bürgermeister und unterstütze das Schreiben.