Doppelten Grund zur Freude hatte am vergangenen Samstagnachmittag die Tettauer Feuerwehr. In feierlichem Rahmen wurde die neue rund 550 000 teure Drehleiter und der Gerätewagen "Dekontamination-Personal" von Pfarrerin Kristine Wachter und Hans Kaufmann gesegnet.
Ein Freudentag natürlich auch für den Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch, der die Anschaffung der Drehleiter im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit drei Coburger Städten maßgeblich in die Wege geleitet hatte. Dies hatte Kosten im sechsstelligen Bereich pro Fahrzeug gespart. Der Bürgermeister erinnerte an die alte Drehleiter, die einige Male bei Einsätzen "auf Notbetrieb laufen musste". "Da habe ich gesagt: ,So geht das nicht.‘ Wenn die Leute hier ihren Dienst zum Wohle aller leisten, dann haben sie es verdient, intakte Gerätschaften vorzufinden", betonte Peter Ebertsch.
Da vier der fünf Einsätze der Drehleiter nicht in der Marktgemeinde Tettau stattfanden, sei es angebracht gewesen, dass sich der Landkreis an den Kosten beteilige. So habe man im Kreistag die Lösung gefunden, dass nach Abzug des Staatszuschusses eine hälftige Beteiligung von Landkreis und Marktgemeinde vorgenommen werde. "So hat jeder einen Vorteil und nur gemeinsam geht es", erklärte der Bürgermeister. Die besten Geräte nützen aber nichts ohne eine schlagkräftige und motivierte Wehr. Er zeigte sich stolz auf seien Tettauer Wehren: über 100 Feuerwehrdienstleistende schützen nicht nur die Menschen in der Marktgemeinde, sondern auch 2800 Arbeitsplätze und Sachwerte der Industrie in Höhe von rund 400 Millionen Euro. Regierungsvizepräsident Thomas Engel überreichte den Förderbescheid für die Drehleiter als "erfreulichen Schlusspunkt des Beschaffungsprozesses". Er hob hervor, dass sein Haus in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 2,7 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung von Feuerwehrfahrzeugen ausbezahlt habe, wobei die Fördersumme etwa ein Drittel der Gesamtinvestitionen ausmache. Die Förderung der vier baugleichen Drehleitern, welche als gemeinsame Maßnahme des Marktes Tettau mit den drei Coburger Städten Rödental, Bad Rodach und Seßlach vorgenommen wurde, betrage 1,035 Millionen Euro. Zu dem Gesamtkosten in Höhe von rund 600 000 Euro je Drehleiter werde nun ein staatlicher Zuschuss in Höhe von circa 258 000 Euro bewilligt. Durch die interkommunale Zusammenarbeit erhöhe sich der Basisfestbetrag gemäß der Feuerwehrzuwendungsrichtlinie um zehn Prozent.
MdB Hans Michelbach beglückwünschte die Tettauer Wehr zu den neuen Fahrzeugen. In seinem Wahlkreis Coburg/Kronach sei die "Zeit der Drehleitern" angebrochen. "Vier auf einen Schlag ist einmalig", so Michelbach.


"Signal für die Zukunft"

Landrat Klaus Löffler bedankte sich bei den Feuerwehrleuten, sie seien wichtig für die Gesellschaft, für Mensch und Industrie. Die Investitionen der Industrie in den Standort Landkreis Kronach seien ein starkes Bekenntnis und ein Signal für die Zukunft. Schon alleine deshalb seien die Investitionen in die Sicherheit mehr als gerechtfertigt. An den Restkosten, nach Abzug des staatlichen Zuschusses, beteiligen sich Gemeinde Tettau und Landkreis mit jeweils 146 000 Euro. Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger wünschte seinen Kameraden, dass sie nach Einsätzen mit den neuen Fahrzeugen immer unbeschadet zurückkommen. Sein besonderer Dank ging an Kommandant Christian Wick. Das "Dekon-P" sei in Tettau gut untergebracht, da es hier und in den umliegenden Wehren sehr engagierte Kameradinnen und Kameraden gebe, die es gut bedienen können. Kommandant Christian Wick bedankte sich zum Abschluss bei allen Beteiligten. "Heute ist für mich ein besonderer Tag, denn nie hätte ich gedacht, dass wir je eine neue Drehleiter einweihen dürfen", so Wick, "wir haben heute allen Grund stolz zu sein auf einen der modernsten Geräteparks in Oberfranken. Mit der Erweiterung durch den Dekon-P steht der Wehr ein weiteres Spezialfahrzeug zur Verfügung". Dennoch sei nicht alles Gold, was glänze, gab Wick zu bedenken, der immense Übungs- und Wartungsaufwand nehme viel Zeit und Nerven in Anspruch. Für die Umrahmung der Feierstunde sorgte die Blaskapelle Tettau. red