von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Bad Staffelstein — Songs in einem Pfarrersgarten müssen nicht fromm sein, sie können weltlich sein oder überhaupt keinen Text haben. Für solche Songs war am Samstag das Duo Benson & Schaller gebucht. Die zwei hielten spielend länger durch als der Großteil des Publikums. Nach gut vier Stunden war Schluss. Aus, vorbei. Die Gitarren standen noch auf der kleinen Bühne, derweil die Lampions die Dunkelheit über den Bierbänken heimelig erscheinen ließen. Thomas Schaller und Thomas Kalb, genannt Benson, hatten sich, begleitet von Applaus, über einen Treppenaufgang in einen Trakt der Dreieinigkeitskirche geflüchtet. Zuvor schlugen sie Kapriolen auf zwei Gitarren und zwölf Saiten, tobten sich in ihrer musikalischen Freundschaft als Duo aus und waren diesmal etwas anders als sonst, denn sie sangen.

Songs von Paul Simon

Das mit dem Gesang nehmen die beiden Männer nicht ganz so ernst. Sie wissen, dass ihre ausgewiesenen Stärken auf den Saiten und nicht auf den Stimmbändern liegen. Aber dass es beispielsweise Songs von Paul Simon waren, erfreute sehr. Sie sind innig, mit Botschaften, doppeldeutig mitunter, allemal nachdenklich-schön und in die Abendstimmung der Songs in einem Pfarrersgarten passend. Und sie stammen nun mal auch von einem passablen Gitarristen.
Die Songs in einem Pfarrersgarten, die 19. übrigens, sind in Anlehnung an die großen und in Bälde stattfindenden "Songs an einem Sommerabend" auf der Wiese bei Kloster Banz entstanden. Ausgelegt für an die 100 Personen samt Versorgung durch Wein und Imbiss. Eine "echte, kleine Alternative", befand Pfarrer Matthias Hagen, als er die abendlichen Gäste begrüßte.

Zusammenspiel wie im Schlaf

Einmal mehr erstaunten Schaller und Benson durch ihr Zusammenspiel. Das habe selbst einmal im Sekundenschlaf beim Üben funktioniert, gestand Schaller einem wachen Publikum.
Die Auswahl der Songs war gut getroffen, denn mittlerweile sind es die besten Songs, die in Radiostationen nicht mehr gespielt werden: "Father and Son", "If you could read my mind" und eben manches von Simon and Garfunkel. Dass Samba pa ti von Santana auch auf Akustik-Gitarre funktioniert, gehörte zu den schmunzeln machenden Erkenntnissen des Abends. Es stecke sehr viel Liebe in der Brauchbarmachung der einst elektrifizierten Songs für ein akustisches Duett.
Aber abgesehen von der erneut erstaunlichen Fingerfertigkeit der beiden Fingerpicker Schaller und Kalb war dies eine Erinnerungswürdigkeit. Sie sind keine Entertainer, sie sind Musiker, sie sind keine Sänger, aber sie lieben gute Songs. Die Melange aus Humor und Können verstand das Publikum sehr wohl und richtete sich beinahe vier Stunden kuschelig darin ein - unter den Lampions eines Nachthimmels.