Die Telefone im Pfarramt von St. Georg laufen bereits heiß, berichtet Pfarrer Kilian Kemmer: "Kommen die Sternsinger?", lautet die Frage vieler. Der Lockdown macht einen Rundgang der Kinder und Jugendlichen in die Häuser und Wohnungen der Stadt Anfang kommenden Jahres unmöglich. Die bayerische Staatsregierung hat die Aktion in ihrer üblichen Form untersagt.

Doch ausfallen lassen wollen die Verantwortlichen der St.-Georgs-Pfarrei den Dreikönigsbrauch nicht. Deshalb wird er Anfang Januar trotz der Pandemie laut Kemmer ganz anders stattfinden.

Viele Menschen würden in einer gewissen Trostlosigkeit zum Jahreswechsel den Segen für das Jahr 2021 erwarten. Dieser Neujahrssegen soll in Form eines Klebestreifens in die Briefkästen aller Haushalte getragen werden, so dass jeder selbst den Segensspruch an seiner Tür anbringen kann.

Für den Dienst des "Segen-Bringens" bittet das katholische Pfarramt Kinder und Jugendliche wie auch jung gebliebene ehemalige Sternsinger um Unterstützung. Mit diesem Dienst könnten die Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen einen zugeteilten Straßenzug übernehmen und so möglichst alle Haushalte erreichen. Mit dem Segensspruch wird auch eine Karte verteilt, auf der für die Menschen ein Neujahrswunsch zu lesen sein wird. Darauf findet sich noch ein Aufruf mit der Bitte, eine Spende zu überweisen.

Hilfe für Kinder in der Ukraine

Denn nicht nur Hausbewohner würden auf den Segen für 2021 warten. Auch die Kinder- und Jugendprojekte in der Ukraine, die auf die Spenden der Sternsingeraktion angewiesen sind, warten laut Kemmer auf Anteilnahme. Im Kriegsgebiet der Ukraine seien es wie immer die Kinder, die unter dem Krieg am meisten leiden, und das mitten in Europa. Die Eltern verloren, Schlepperbanden für Kinderarbeit und Zwangsprostitution ausgesetzt, keine medizinische Hilfe geschweige denn Bildungsmöglichkeiten - Alltagserfahrungen von Kindern in Ost-Europa.

Um diese traurige Realität zu verändern, richtet das Sternsingerhilfswerk Projekte ein, die von Straßenambulanzen, Tafeln, Schulen und Kinderwohnheimen bis zu weiteren Kinderschutzmaßnahmen reichen. Deshalb bittet das katholische Pfarramt in Höchstadt viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene um Mithilfe. Auch in diesem Jahr in einer abgespeckten Version ohne Hausbesuche soll unter dem Motto "Kinder helfen Kindern" der Segen und der Spendenaufruf alle Haushalte erreichen. Ein Einsatz mit segenbringender Wirkung in zweifacher Hinsicht: für die Bewohner der Stadt und für die notleidenden und gepeinigten Kinder in der Ukraine.

Alle, die als "Verteiler" die Aktion ab dem 6. Januar unterstützen möchten, können sich ab sofort bei Lukas und Martina Schwägerl (Telefon 09193/2108) oder im katholischen Pfarramt (Telefon 09193/8392) melden. Am Samstag, 2. Januar, findet um 11 Uhr wegen der Abstandswahrung ein kurzes Treffen auf dem Kirchplatz vor der Pfarrkirche zur Klärung organisatorischer Fragen statt. Alle Interessierten unabhängig vom Lebensalter sind eingeladen. red