Ein Brand nach einer Explosion mit Menschenleben in Gefahr wurde durch Integrierte Leitstelle (ILS) in Nürnberg gemeldet und ließ gegen 19.30 Uhr die Sirenen in Neuhaus aufheulen und die Funkmeldeempfänger der Feuerwehrleute lospiepsen. Allerdings war es nur eine Übung.
Bereits nach kurzer Zeit rückte das Löschgruppenfahrzeug (LF8/6) und das Mehrzweckfahrzeug (MZF) zur Einsatzstelle aus, der alten Konservenfabrik beim Schloss. Nach einer kurzen Erkundung der beiden Gruppenführer Thomas Kerschbaum und Wolfgang Stumpf war schnell klar, dass tatsächlich mehrere Personen sowohl im als auch um den Schadensort vermisst sind.


Suche nach Vermissten

Eine Person mit Anzeichen einer Rauchvergiftung stand schon aufgeregt am Brandobjekt. Sofort wurde die Person, noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes, von der Feuerwehr betreut. Bereits kurze Zeit später drangen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz ins Brandobjekt vor, um dort nach den weiteren vermissten Personen zu suchen. Unterdessen ergab eine Erweiterung des Suchradius', dass eine bewusstlose und zugleich schwer verletzte Person in einem offenen Schutt-Container lag, der direkt vor dem Objekt abgestellt war. Schnell wurde die Situation neu analysiert und die beiden Löschgruppen durch den Einsatzleiter Patrick Sorger und die Gruppenführer mit neuen Aufgaben versehen.
Im weiteren Übungsverlauf wurde dann auch noch ein Atemschutzunfall simuliert, nach der Funkmeldung "Mayday, Mayday, Mayday" kam der schon bereitstehende Rettungstrupp mit schwerem Atemschutz zur Rettung der Feuerwehrkameraden zum Einsatz. Die unterdessen eingetroffene Besatzung des Rettungswagens vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) musste förmlich Höchstleistungen erbringen, um bei der Schadenslage und der Vielzahl gleichzeitig eintreffender, verletzter oder betreuungsbedürftiger Personen den Überblick zu behalten. Um einen besseren Überblick zu bekommen und die personellen Ressourcen besser ausschöpfen zu können, wurde ein Verletztensammelplatz eingerichtet. Das Retten der verletzten Person aus dem übermannshohen Schutt-Container war nur mit Muskelkraft möglich und wurde zusätzlich parallel von einem Mitarbeiter des ASB sowie von einem eintreffenden Notarzt betreut.


Anstrengende Übung

Nachdem die schwer als auch die leicht verletzten Personen im Rettungswagen abtransportiert waren und "Feuer aus" gemeldet wurde, endete die unangekündigte Alarmübung, und die Neuhauser Feuerwehrler konnten aufatmen. Alle waren im nachhinein sehr froh, dass es nur eine Übung war. Auch wenn alle Strategien und Handgriffe tadellos funktioniert hatten, ist der Stress und die körperliche Anstrengung nicht unerheblich. Die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst (ASB) war eine beeindruckende Erfahrung für alle Teilnehmer. Der Dank des Einsatzleiters Patrick Sorger, der die Übung ausgearbeitet hatte, galt allen Feuerwehrleuten, dem ASB für das Stellen des Rettungswagens samt perfekt geschulten Sanitätern und den Verletztendarstellern. Ein Dank galt auch dem Inhaber für die Bereitschaft, der Feuerwehr das Einsatzobjekt zum Üben zur Verfügung zu stellen.
Erwin Bergner