Im Bedarfsplan längst aufgelistet, ist es seit der Stadtratssitzung am Dienstag nun auch amtlich: Die Uetzinger Wehr, die größte im Stadtgebiet, bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus. Das Gremium gab einstimmig grünes Licht für die wegweisende Maßnahme sowie für die Errichtung eines künftig direkt daran angebauten Gemeinschaftshauses.


Vier Grundstück zusammengelegt

Als Standort hatte man sich bereits verständigt auf ein Areal an der Serkendorfer Straße am Ortsausgangs Uetzings in Richtung Weisbrem. Wie es in der Sitzung hieß, konnten als wichtigste Voraussetzung für die Realisierung vier Grundstücksparzellen an genannter Stelle zusammengelegt werden. Die sinnvolle Verlegung des derzeitigen Bolzplatzes dürfte laut Stadtbaumeister Andreas Ender durch die Großzügigkeit des verfügbaren Fläche und die dadurch gegebene räumliche Flexibilität kein Problem darstellen. Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) blickte einleitend auf die bisherige Entwicklung zurück. In Zusammenarbeit mit der Uetzinger Wehr wurde ein Raumprogramm entwickelt, außerdem zum Gemeinschaftshaus Gespräche mit Vereinsvertretern geführt. So flossen beispielsweise die Belange der örtlichen Blaskapelle ein.
Stadtbaumeister Andreas Ender zeigte im Vorfeld der Abstimmung verschiedene Ansichten der Baumaßnahme. Das neue Feuerwehrhaus mit Putzfassade sieht den Planungen zufolge zwei Toreinfahrten und ein Flachdach mit sieben Grad Neigung vor.
Das neue Zuhause der Wehr soll neben der Fahrzeughalle unter anderem einen Aufenthalts- und einen Schulungsraum, einen für die Wehren immer wichtiger werdenden Büroraum sowie Toiletten beherbergen. Das direkt nebenan errichtete Gemeinschaftshaus mit versetzten Pultdächern und bodentiefen Fenstern wird eine Fassade in Holzoptik erhalten.
Wie in der Sitzung zur Sprache kam, verlangt das Amt für ländliche Entwicklung zwar eine Trennung der Bereiche Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus, weil die beiden Bauabschnitte betreffend staatlicher Förderung separat zu betrachten sind. Allerdings, so hob Stadtbaumeister Ender ausdrücklich hervor, seien ungeachtet dieser monetären Trennung Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus als Einheit zu sehen. Nicht von ungefähr gibt es dazwischen einen Verbindungsbau, so dass der Schulungsraum im Feuerwehrhaus auch von den Vereinen genutzt werden kann.
Auf Grundlage der bisherigen Planungen belaufen sich laut Ender die Baukosten für das Feuerwehrhaus auf 350 000 Euro und für das Gemeinschaftshaus auf etwa 400 000 Euro, jeweils inklusive Heiztechnik. Die Aspekte Förderung und Eigenleistung sind hier nicht berücksichtigt. Separaten Kostencharakter nehmen außerdem die Bereiche Grunderwerb, Gestaltung der Außenanlagen sowie Planungskosten ein.


100 000 Euro an Eigenleistung

Auch der Bürgermeister selbst scheute sich nicht, zum Thema Kosten Stellung zu beziehen. Wenn alles klappt, bekomme man 120 000 Euro Stellplatzförderung sowie 200 000 Euro an Zuschüssen des Amts für Ländliche Entwicklung. Zieht man Kümmersreuth als Vergleich heran, dürften außerdem rund 100 000 Euro an Eigenleistung angesetzt werden, hinzu komme der Verkauf des alten Feuerwehrhauses. "Berücksichtigt man alle diese Punkte, kommen wir hinsichtlich der Kosten in Regionen, die ich als absolut vertretbar erachte", so Kohmann.
Manuel Schrüfer (Freie Wähler), in Uetzing wohnhaft und bei der Feuerwehr aktiv, freute, dass die wichtigen Verhandlungen von Erfolg gekrönt gewesen seien und man das Grundstück zu einem guten Preis bekommen habe. Da die Notwendigkeit des Feuerwehrhaus-Neubaues außer Frage stehe und das geplante Gemeinschaftshaus die Integration der Vereine unterstütze, könnten er und seine Fraktion die Maßnahme nur gutheißen. Zum Thema "Eigenleistung" ergänzte er: "Alles, was wir machen können, machen wir selber." Walter Mackert (CSU) lobte ebenfalls die "gefällige Planung". Außerdem zeige die Stadt durch Maßnahmen wie diese, dass sie - im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten - die Ortsteile stützt und unterstützt", betonte er weiter.
Nach diesem bedeutungsvollen Auftakt hatte sich das Gremium mit der geplanten Errichtung dreier Einfamilienhäuser am nordwestlichen Ortsrand von Horsdorf zu befassen. Ein dort außerdem geplantes Nebengebäude ist zum Zwecke der Unterbringung einer die drei Wohngebäude zentral versorgenden Hackschnitzelheizung vorgesehen.