von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Heppstädt — Am westlichen Ortsrand des Adelsdorfer Ortsteils Heppstädt befindet sich eine Stichstraße. Im hinteren Teil eines anliegenden Grundstücks will der Eigentümer seit Längerem vier bis sechs Wohnhäuser errichten. Mehrfach musste sich der Gemeinderat schon mit diesem Thema befassen; selbst das Feuerwehrauto rückte aus, um zu prüfen, ob die vorgesehene Zufahrt breit genug ist.
Der Bauwerber musste umplanen. In Form einer Einbeziehungssatzung wollte der Gemeinderat sein Vorhaben auf eine rechtliche Grundlage stellen. Das Landratsamt wies diese Vorgehensweise zurück, da zu viel für diesen kurzen Weg geregelt werden müsse. Deshalb stieg die Gemeinde in ein Bebauungsplanverfahren und eine Änderung des Flächennutzungsplans ein.
Gleichwohl erkannte man in der Sitzung am Mittwochabend, dass so keine Lösung der schon in der Stichstraße vorhandenen Probleme möglich sei. Diese Straße war ursprünglich ein schmaler Flurbereinigungsweg, der Stück für Stück mit Wohnhäusern bebaut wurde. Deshalb gibt es an seinem nördlichen Ende auch keinen Wendehammer. Das Befahren mit großen Fahrzeugen wie den Müllautos ist schon jetzt schwierig, noch dazu, weil etliche Autos von Anliegern regelmäßig auf der Stichstraße parken. Die neue Häusergruppe könnte ein Müllauto nur rückwärts anfahren, da in der Mitte nur ein kleiner Wendehammer mit Baum vorgesehen ist.
Besonders Paul Sänger (FW), das Ratsmitglied aus Heppstädt, beschrieb seinen Kollegen die Gesamtsituation. "Schon die Bebauung der Stichstraße war ein Fehler", fasste er zusammen. Die Alternative wäre ein Bebauungsplan, der das ganze Karree zwischen bestehenden Wegen umfasst. Allerdings hat ein Eigentümer der dann einbezogenen Grundstücke kein Interesse an einer Entwicklung zu Bauland.

Bedarfsnachweis ist nötig

Das wäre möglich, setzt aber voraus, dass in Heppstädt ein Bedarf an Baugrundstücken besteht. Einen solchen Nachweis fordert die neueste Fassung der Bauordnung. Zu prüfen sei auch, so SPD-Sprecher Jörg Bubel, ob die Ausweisung eines Wohnbaugebiets - gleich welcher Größe - Auswirkungen auf bestehende Anwesen hat, vor allem auf einen landwirtschaftlichen Betrieb.
"Die Straße ist von Anfang an vermurkst", konstatierte Andreas Maier, der CSU-Sprecher. Man dürfe nun bei einer Erweiterung die Fehler nicht wiederholen, müsse bessere Strukturen schaffen. Sein Vorschlag ging dahin, die geplante Häusergruppe über eine "Art Ringstraße" über eine kleine Grünfläche am Westrand zu erschließen. Der Rat entschied sich dafür, den Tagesordnungspunkt ohne Entscheidung abzusetzen. Der Planer soll im Bauausschuss die eingearbeiteten Änderungen nochmals erläutern.