"Gynäkologischen und urologischen Tumoren im Therapie-Wandel" waren mehrere Fachärzte aus Oberfranken, Mittelfranken und Thüringen beim Onkologie-Gespräch im historischen Rathaus von Kronach auf der Spur. Sie befassten sich mit neuesten Therapie-Methoden auf Einladung des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" und des Ärztlichen Kreisverbandes Kronach unter Leitung der Onkologin und Vorsitzenden des Vereins Dr. Martina Stauch.

Der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Kronach, Uwe Fleischmann (Chefarzt der Anästhesie an der Helios Frankenwaldklinik Kronach), zeigte sich erfreut darüber, dass in Kronach gleich zwei engagierte Onkologiepraxen ansässig sind. Dominiert wurde die Veranstaltung durch die neuen Erkenntnisse der Molekularpathologie, die von Prof. Aigner (Coburg) vorgetragen wurden. Die Molekulargenetische Klassifikation schafft neue Perspektiven. Er wies darauf hin, dass Dr. Martina Stauch eine der Ersten war, die danach behandelt hat und die die Pathologen immer wieder nach vorne treibt. Die unmittelbare Umsetzung neuer Erkenntnisse in die Praxis zeigte Dr. Thomas Stauch, Friedrich-Schiller-Universität Jena, auf. Er wies in seinem Vortrag "Moderne Therapien gynäkologischer und urologischer Tumore" eindrucksvoll darauf hin, wie diese Therapien das Überleben und die Lebensqualität der Patienten positiv verändern. Die Zulassung neuer Medikamente werde darüber hinaus beim Mammakarzinom unmittelbar erwartet.

Weniger toxische Medikamente

Neues gibt es auch beim Prostatakarzinom, wo insbesondere weniger toxische Medikamente bei guter Wirksamkeit für die Patienten bereitstehen. Für Patienten mit Harnblasentumoren und Nierenzellkarzinom gewinnt die Immuntherapie zunehmend an Bedeutung.

Doch nicht nur medikamentös gibt es vieles Neues. Der Fortschritt zeigt sich auch immer mehr in lokalen Therapien wie der Radiotherapie, wie Prof. Grabenbauer, Strahlentherapie Coburg, aufzeigte. Lokale Brachytherapie oder externe Strahlentherapie sind beim Zervixkarzinom (Gebärmutterkrebs), Korpuskarzinom (Gebärmutterschleimhaut) der Frau sowie bei Prostatakarzinom und Harnblasenkarzinom zu diskutieren.

Im Vortrag von Chefärztin Dr. Reinisch, Helios Frankenwaldklinik Kronach, ging es um operative Therapien gynäkologischer Tumore und die Möglichkeiten brusterhaltender Operationen und der Brustrekonstruktion. Auch beim Urothel-, Nierenzellkarzinom und beim Prostatakarzinom des Mannes wurden neue Operationstechniken besprochen. Hier zeigte Oberarzt Dr. Apel, Universität Erlangen, vor allem die Möglichkeiten der Da- Vinci-Technik und der Robotronik näher auf. Insgesamt war es eine sehr innovative und gelungene Veranstaltung. Die erfrischenden Diskussionen, vor allem über neue molekularbiologische Ansätze und Therapien, machen nach Ansicht der Organisatoren des Onkologie-Gesprächs Hoffnung für die Zukunft. eh