Höchstadt — Zahlreiche Gläubige erwarteten an den Gräbern ihrer Angehörigen auf dem Höchstadter Friedhof auf die Allerheiligenprozession, die von der Ritter-von-Spix-Mittelschule, in der der Gottesdienst stattfand, startete.
Nach einem Moment der Stille gedachte Dekan Kilian Kemmer mit den Versammelten in vier Stationen aller verstorbenen Priester, Seelsorger und Pfarrer, aller verstorbenen Angehörigen, aber auch aller Verstorbenen auf diesem oder einem anderen Friedhof, für die niemand mehr betet.
Zuletzt betete er für alle, die ein plötzlicher Schicksalsschlag, wie ein Unfall, mitten aus dem Leben gerissen hatte. Er besprengte die Gräber und Gläubigen mit Weihwasser und schwenkte das Weihrauchfass symbolisch über einige Gräber.
Der Dekan berichtete auch von den indischen Schwester, die seit einiger Zeit im Höchstadter Kreiskrankenhaus arbeiten. Kemmer erzählte, dass er sie nach ihrem Eindruck über ihre Arbeit im für sie neuen Land gefragt hat. "Sie erzählten mir, dass es für sie ungewöhnlich ist, dass sie niemand gebeten hat für ihn zu beten."


Stadtkapelle spielte

Umso mehr freute es den Dekan, dass gegen den Trend jedes Jahr viele Menschen an Allerheiligen auf den Friedhof kommen, für ihre Angehörigen beten und so zeigen, dass diese nicht in Vergessenheit geraten. Besonders war dieses Jahr, dass man nicht nur die Stadtkapelle, sondern auch den Dekan bis in den letzten Winkel des Friedhofes und darüber hinaus hören konnte. Dies ermöglichten einige Techniker des Gymnasiums Höchstadt, die eine Soundanlage aus der Fortuna Kulturfabrik aufbauten. "Wir haben schon bei der Nacht der Kulturen im Kirchhof die Technik gemacht, daraufhin hat uns Dekan Kemmer gefragt, ob wir das auch heute übernehmen wollen", berichtet Benedikt Döring.