Um über die konkreten nächsten Schritte für die Entwicklung des Universitätsstandorts Kulmbach zu beraten und um den benötigten Bedarf zu klären, hatte Oberbürgermeister Ingo Lehmann zu einem runden Tisch eingeladen, der coronabedingt als Online-Konferenz stattfinden musste.

Die Verantwortlichen der Universität berichteten von einer erfreulichen Entwicklung der Bewerbungen. Das lasse hoffen, dass die Zahl der Studierenden in Kulmbach schnell wachsen wird. Daraus ergebe sich jedoch auch die Notwendigkeit, so rasch wie möglich eine adäquate Infrastruktur für das studentische Leben bereitzustellen.

Eine zentrale Frage war der erweiterte Bedarf an Interimsräumlichkeiten in der Alten Spinnerei. Wegen der pandemiebedingten Verzögerungen auf der Baustelle und die noch immer andauernden Planungen für den Kauf der Güterbahnhofsflächen wurde die ursprünglich angedachte Nutzungsdauer verlängert. Zudem werden hochwertige Lüftungsanlagen in den Seminar- und Vorlesungsräumen installiert, die ein Unterrichten unter den vorgeschriebenen Schutzvorkehrungen ermöglichen.

Die längerfristige Nutzung des zweiten Obergeschosses und von Teilen des ersten Obergeschosses der Alten Spinnerei bedeutet jedoch auch einen massiven planerischen Eingriff, eine durch Neuplanungen verzögerte Fertigstellung von rund vier Monaten sowie eine Kostensteigerung von rund 1,8 Millionen Euro. Die ursprünglich angedachte Nutzung zum Wintersemester 2021/22 ist somit nicht möglich.

"Es war daher wichtig, adäquate Räume zu finden, die bis zur Fertigstellung als Lehr- und Seminarräume genutzt werden können. Hier bietet sich natürlich unser saniertes VHS-Gebäude in der Bauergasse an, das eine erstklassige technische Ausstattung aufweist. Für den Lehrbetrieb der Universität sind diese Räume somit prädestiniert", erklärte Ingo Lehmann.

Im Februar möchten sich die Verantwortlichen erneut zusammenfinden. Bis dahin sollen die Planungen konkretisiert werden.

Herzensangelegenheit

Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig, der an dem Gespräch nicht teilnehmen konnte, freute sich: "Ein Zusammenkommen aller Verantwortlichen ist meist der beste Weg, um die gesetzten Ziele zu verfolgen. Als Abgeordneter in München ist es für mich und meine Kollegen natürlich eine Herzensangelegenheit, die Entwicklung des Universitätsstandortes Kulmbach voranzubringen. Hier wird unsere Heimat massiv gestärkt und da ist es von größter Wichtigkeit, dass alle an einem Strang ziehen."

Bereits im Sommersemester wird der zweite Masterstudiengang mit dem Lehrbetrieb beginnen. Seit Oktober kann sich für "Global Food, Nutrition and Health" beworben werden. red