Am Anfang war die Idee: ein gemeinsames Konzert mit den beiden Bands "Schweinsohr Selection" und "Revolver" sowie den Bamberger Symphonikern. Angedacht war dies von Uwe Gaasch, der in beiden Bands spielte. Kontakte waren rasch hergestellt, und Heinrich Ellner (ehemaliger Programmchef bei Radio Bamberg) erklärte sich begeistert als Organisator bereit. Das war im Jahr 1999. Man traf sich, arbeitete Details aus und suchte ein passendes Gelände.

Wie es der Zufall so wollte: Auch Pfarrer Hans Lyer war mit in der Runde und fragte einfach mal unbekümmert den damaligen Generalvikar Alois Albrecht: "Wie wär's denn mit dem Domplatz?" Albrecht stimmte zu, und der Weg war frei. Ein paar Widrigkeiten mit der Schlösser- und Seenverwaltung noch, aber dann war alles in trockenen Tüchern - das erste Pop-Event überhaupt auf dem ehrwürdigen Domplatz in Bamberg war durchführbar. Ein Novum für das Weltkulturerbe.

Glocken des Doms mit einbezogen

Nach dem "Go" von offizieller Seite ging es an die Vorbereitung. Für die Moderation des Abends erklärte sich Wolfgang Buck bereit, diese zu übernehmen. Als Vorband, da waren sich alle einig, wurde der Barde Uwe Beuer auserwählt. Er stammt aus Nordrhein-Westfalen und hatte bisher im Durchgang des Bamberger Rathauses zahllose Passanten mit seinen Balladen begeistert. Ebenso grandios und souverän war dann sein Auftritt auf dem Domplatz.

Ralf Bauer, Posaunist bei "SOS", hatte extra ein Lied komponiert, bei dem die Glocken des Bamberger Doms mit einbezogen wurden. Dies schaffte wegen der Intonation einige Probleme, die aber gelöst wurden.

Kurios: Beim Test der Glocken (circa Anfang 2000) stellte sich erstmals heraus, dass eine der 16 Glocken des Doms überhaupt nicht mehr ging - da war auch der Verantwortliche überrascht. Trotzdem: Der Sound von der Bühne in Kombination mit den synchron donnernden Domglocken - es gab bis dahin nichts Vergleichbares.

Feuerwerk vom Vize-Weltmeister

Beginn der Veranstaltung am 9. Juni 2000 war um 20 Uhr bei herrlichstem Wetter. Geplant war, alles mit Feuerwerk zu umrahmen. Hierfür wurde Joachim Berner ausgewählt: Er war (und ist immer noch) Vize-Weltmeister bei den Feuerwerkern. Er arbeitet für die Rolling Stones, Tina Turner, AC/DC und viele andere. Ein Garant also für gelungene Pyrotechnik. Die Bamberger Feuerwehr nahm problemlos alles ab (trotz Alter Hofhaltung direkt dahinter). Aber ein Feuerwerk, beginnend am hellichten Tag? Berner bekam das locker hin.

Etwa 4000 Zuschauer kamen und erlebten ein bis dato nie dagewesenes Schauspiel. Rock und Pop wechselten ab mit Klassik: Star-Sopranistin Regina Klepper intonierte unter anderem "Pie Jesu" von Andrew Lloyd Webber, begleitet von Saxofonist Lutz Häfner und allen anderen Musikern. Die Tanzgruppe von Bambergs "Body and Soul" ergänzte optisch die Show. Und natürlich Feuerwerk in der Nacht: Synchron zum legendären Drum-Fill von "In the air tonight" krachten die Raketen.

Für mehr als vier Stunden tauchte an diesem Abend des 9. Juni 2000 der Domplatz in eine Pop-/Rock-/Klassik-Welt ein, in der alle Beteiligten ihr Bestes gaben. Viel Herzblut war in die Vorbereitung geflossen, aber alle waren nachher mehr als glücklich: Musiker, Publikum und auch Alois Albrecht, der sich am Ende mit Uwe Gaasch in den Armen lag.

Ein Video-Mitschnitt dieses Events findet sich auf YouTube ("Domplatz Open Air Bamberg 2000"), und Fotos dazu gibt es auf der Webseite schweinsohrselection.de. red