bernhard Panzer

Die Firma Metallbau Walter in der Röntgenstraße errichtet eine weitere Halle für Lager und Produktion. Diese soll hinter dem Minigolfgelände, auf der Grünfläche zum ehemaligen Praktikermarkt hin, errichtet werden. Die benachbarte Freizeitanlage indes ist nicht gefährdet, wie Firmenchef Gerd Walter auf Anfrage des FT bestätigte.
Dem Bauausschuss lag das Bauvorhaben am Dienstagabend zur Kenntnisnahme vor. Es kann im Genehmigungsfreistellungsverfahren realisiert werden, es wurde dem Gremium also nur zur Kenntnis gegeben. Dort gab es positive Reaktionen. Konrad Körner (CSU) fragte nach dem Platz für parkende Autos und erhielt von Bürgermeister German Hacker (SPD) die Auskunft, dass auf dem Gelände mindestens 29 Stellplätze eingezeichnet sind.
Die Halle wird laut Geschäftsführer Gerd Walter etwa 800 Quadratmeter groß sein und über Außenmaße von 40 mal 22 Meter verfügen. Der Bau werde vor allem deshalb erforderlich, weil für eine bisher genutzte Lagerhalle in Obermichelbach zum Jahresende der Mietvertrag ausläuft. Man wolle sich künftig das tägliche Pendeln ersparen. Der Neubau wird laut Walter etwas größer, weil man dann auch noch Platz für Produktion bekomme. Damit könne man auch in der Zukunft flexibel auf Anforderungen reagieren, sagte der Firmenchef.
Die Firma Walter ist seit 2003 in der Herzogenauracher Röntgenstraße ansässig. 1994 hatte der Firmenchef Gerhard Walter als Ein-Mann-Betrieb begonnen, für Schaeffler Aufträge zu erledigen. 1998 siedelte man in die Daimlerstraße. 2006 wurde in der Röntgenstraße eine neue Produktionshalle gebaut, fünf Jahre später folgte die nächste. Walter hat damit bislang eine Fläche von 2000 Quadratmetern. Die Firma beschäftigt etwa hundert Mitarbeiter.


"Verlängerte Werkbank"

Die Metallverarbeitung Walter versteht sich als die "verlängerte Werkbank" von Schaeffler. Der Betrieb dreht, montiert, kontrolliert im Auftrag des Weltunternehmens. Im Einsatz sind auch computergesteuerte CNC-Maschinen. "Wir machen die kleineren Serien, die sich für Schaeffler so nicht rentieren würden", sagte Walter-Vize Alex Zernickel bei einem Pressetermin mit dem FT im November 2011, kurz vor dem Bau der letzten Produktionshalle.
Alle führenden Mitarbeiter im Walter-Team sind zwischen 35 und 45 Jahre jung. Und Chef Gerhard Walter hat als 16-Jähriger einst bei Schaeffler selbst gelernt, in der Härterei. Irgendwann habe er mal einen Auftrag mit nach Hause genommen. Und so entstand die Idee, sich selbstständig zu machen.
Weil der jetzt geplante Neubau sehr nahe am Minigolfplatz liegt, hätten sich in der letzten Zeit Gerüchte ergeben. Das sagt Dietmar Goblirsch, der Betreiber der Anlage, und tritt dem aber deutlich entgegen. "Da ist überhaupt nichts dran, der Minigolfplatz bleibt", stellt er fest, und ergänzt: "Das tut uns überhaupt nicht weh." Er werde voraussichtlich nur ein paar Bahnen verlegen müssen, aber die Grünfläche habe er für seine Anlage ohnehin nicht genutzt. Mit dem Nachbar sei darüber hinaus seit längerem alles abgesprochen.
Ende März, in den Osterferien, möchte Goblirsch die Anlage für die neue Saison öffnen. Der genaue Zeitpunkt sei allerdings auch abhängig vom Wetter.


Kindler zieht ins Gewerbegebiet

In seiner Sitzung lag dem Bauausschuss noch der Plan eines weiteren Unternehmens vor. Das Reinigungsunternehmen Kindler wird aus der Hinteren Gasse ausziehen und in das neue Gewerbegebiet an der Bamberger Straße umziehen (der FT berichtete bereits ausführlich). Dort, exakt in der Werner-Heisenberg-Straße 14 am hinteren Kreisverkehr, zur Nordumgehung hin gelegen, entsteht ein neues Betriebsgebäude mit Nebenbau.
Auch dieses Firmenvorhaben fiel unter die Genehmigungs- freistellung.