1987 wurde in der Kronacher Synagoge der Verlag "Neue Cranach Presse" gegründet. Mit dabei waren der Buchbindermeister Stefan Cseh aus Forchheim, Werner Hiebel aus Garching, Hendrik Liersch aus Berlin und der Lokalmatador Ingo Cesaro.
Vor 30 Jahren ging es um die Vorstellung der Grafik-Text-Mappe "Venedig-Entlastungs-Projekt", die Ingo Cesaro initiiert hatte. Sie enthielt Holz- und Linolschnitte, typografische Blätter und Fotos von 30 Künstlern.
In den vergangenen 30 Jahren riss die enge Verbindung zu den drei Mitgründern nicht ab. Ingo Cesaro veröffentlichte in der "Corvinus-Presse" von Hendrik Liersch sechs Gedichtbände und gab zwei Anthologien heraus. Henrik Liersch war als Drucker am Boston-Tiegel über Jahre bei den Lauensteiner Werkstätten mit Büchermachern, Autoren und Künstlern aktiv, dazu fungierte seine Frau Karen als Autorin.
Werner Hiebel veröffentlichte als erste Edition in seinem Verlag "offizin albis " die "Kuh Marie-Geschichten" von Cesaro in einer aufwendigen Ausgabe mit Illustrationen von Raimund Fraas. Später folgte der bibliophile Band "Stuttgarter Allee 31" mit Illustrationen von Laura Grass, der ältesten Tochter von Günter Grass.
Mit Stefan Cseh arbeitet Cesaro nach wie vor eng zusammen, denn bestimmte Buchprojekte laufen durch die Hände des Buchbindermeisters, zum Beispiel "Bewegte Stille", ein Dreiecks-Leporello oder die "Abnehmbaren Stoff-Editionen". Er hat 2017 in einer Werkstatt-Edition den Band "Gespiegelte Welt" von Cesaro herausgegeben.


Mit eigenem Stand vertreten

Nun trafen sich alle vier Mitstreiter bei der 24. Mainzer Minipressen-Messe. Der Stand der "Neuen Cranach Presse" wurde von Gisela Gülpen betreut.
Ingo Cesaro musste in Mainz kurzfristig am Stand seines Bludenzer Künstlerfreundes Wilhelm Schramm aushelfen. Außerdem musste der Kronacher Künstler noch eine Lesung bewältigen.
Auch der SWR berichtete über die 24. Mainzer Minipressen-Messe in der Gutenberg-Stadt. Zwei Bücher von Ingo Cesaro wurden in dem Beitrag besonders herausgestellt. Zum einen war dies "Manchmal ein Wunder", die zerschnittene Edition von Ingo Cesaro mit 420 Haiku und 1,2 Millionen Kombinationsmöglichkeiten, zum anderen blätterte der Redakteur lange in "Armes Dornröschen", dem abnehmbaren Buch, in dem Haiku auf Stoff mit der Schreibmaschine geschrieben sind. red