Über Projekte und den Stand der Gemeinde Wonfurt gab Bürgermeister Holger Baunacher ausführlich in Bürgerversammlungen Auskunft. Zu den Veranstaltungen in Wonfurt, Steinsfeld und Dampfach kamen jeweils viele interessierte Bürger, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

Insgesamt stehe die Gemeinde gut da, erklärte der Bürgermeister. Der Schuldenstand hat sich von 1,3 Millionen Euro im Jahre 2012 auf 690 000 Euro Ende 2019 nahezu halbiert. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt somit aktuell bei 350 Euro je Einwohner, wobei der Landesdurchschnitt mit 599 Euro je Einwohner weitaus höher ist. Die Aufnahme eines Kredits in Höhe von 600 000 Euro wurde auf 2020 verschoben, da die dazu geplanten Baumaßnahmen nicht wie vorgesehen 2019 beginnen konnten. Auch die Steuerkraft mit derzeit 1,7 Millionen Euro habe sich sehr gut entwickelt, so Holger Baunacher.

Ausführlich erläuterte der Bürgermeister den Haushaltsplan 2019, der mit 3,795 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 3,416 Millionen Euro im Vermögenshaushalt angesetzt ist. Zu den großen Einnahmequellen der Gemeinde gehören die Einkommensteuerbeteiligung mit 1,2 Millionen Euro, Schlüsselzuweisungen in Höhe von 573 000 Euro und rund 160 000 Euro Grundsteuer. Die Gewerbesteuereinnahmen seien mit 500 000 Euro sehr vorsichtig angesetzt worden, um Überraschungen zu vermeiden, erklärte Baunacher. Auf der Ausgabenseite stehen Baumaßnahmen mit 2,6 Millionen Euro, Verwaltung und Betrieb mit rund einer Million Euro, die Kreisumlage in Höhe von über 800 000 Euro und der Betrieb des Kindergartens mit einer knappen halben Million Euro. Vorhandene Bausparverträge der Gemeinde haben einen Wert zum Ende letzten Jahres in Höhe von knapp einer Million Euro. Dieses Geld wurde in guten Zeiten zurückgelegt, um es in notwendige Maßnahmen investieren zu können, so der Bürgermeister.

Auch die Einwohnerzahl hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Waren es 2012 noch 2002 Einwohner in der Gemeinde, so sind heute 2087 zu verzeichnen. Davon leben in Wonfurt 1280, in Steinsfeld 306 und in Dampfach 501 Bürger.

Einen rasanten Anstieg erlebte auch die Entwicklung der Geburtenzahlen. Kamen 2010 nur neun neue Erdenbürger zur Welt, waren es im vergangenen Jahr stolze 23 Kinder. Auch die Schülerzahlen steigen, so dass voraussichtlich ab dem Schuljahr 2022/23 wieder alle Klassenzimmer in der Dampfacher Schule voll besetzt sein werden. Baunacher sagte auch, dass man mit 29 Bauanträgen im letzten Jahr neben Umbauten auch viele neue Wohnhäuser zu verzeichnen habe.

Der Bürgermeister gab einen Überblick über laufende Projekte in der Gemeinde. In der Sonnenstraße haben vor kurzem die Bauarbeiten zur Kanalsanierung begonnen. Die Arbeiten sollen in drei Abschnitten vollzogen werden, um die Behinderungen für die Anwohner in Grenzen zu halten. Als erstes wird das Teilstück von der Einmündung Grillengasse bis zur Einmündung Dr.-Steinmüller-Straße in Angriff genommen. Anschließend folgt die Dr.-Steinmüller-Straße und als letzter Teil der Rest der Sonnenstraße.

An der frisch renovierten Kirche in Steinsfeld wurden am Dach Balken ausgetauscht, im Turm sämtliche Defekte behoben und die Bleiverglasung gesäubert. Um die Kirche wurde scharfkantiges koloriertes Betonpflaster verlegt, das auch einen barrierefreien Zugang in das Gotteshaus ermöglicht. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme bewegen sich im Rahmen der Planungen, so Baunacher. Nun stehen die Innensanierung an und eine neue, barrierefreie Wegeführung im Friedhof.

Sanierung oder Neubau?

Der Kindergarten Wonfurt wird kurzfristig um einige Container erweitert werden müssen, damit der Platzbedarf gedeckt werden kann. Langfristig ist zu überlegen, ob eine Sanierung oder ein Ersatzneubau wirtschaftlicher kommt. Das gleiche gilt auch für die Sporthalle in Wonfurt, für die bereits eine Förderzusage vorliegt.

In Steinsfeld bemängelte eine Mutter, dass kleine Kinder aufgrund fehlender großer Kindersitze nicht mit dem Kindergartenbus mitgenommen werden können. Baunacher bekam vom Roten Kreuz Haßberge, das die Buslinie betreibt, die Auskunft, dass aufgrund vorheriger Fahrten kein Platz zur Mitnahme der großen Kindersitze vorhanden sei. Der Bürgermeister versprach aber, sich mit dem Roten Kreuz in Verbindung zu setzen und nach einer Lösungsmöglichkeit zu suchen.

Ein Wonfurter Bürger sprach den maroden Zustand eines abseits gelegenen Gehwegs nahe dem Ortsausgang in Richtung Haßfurt an. Hier bildeten sich große Pfützen, die für die Schulkinder und Fußgänger ein Hindernis bedeuten. Der Bürgermeister erklärte, dass der Weg ursprünglich im Zuge des Breitbandausbaus saniert werden sollte, die Baufirma das aber nicht erledigt habe. Gleichzeitig versprach Baunacher, das jetzt in Angriff nehmen zu wollen.