Zu Ihrem Bericht vom 6. April über den Kauf des alten Wirtshauses in Rugendorf erlaube ich mir einige Anmerkungen: Zunächst ist es auf alle Fälle zu begrüßen, wenn eine Gemeinde sich alter Anwesen im Ortskern annimmt, um einen Verfall dieser zu verhindern. Sicher ist es für die Kommunen oft eine Herausforderung, solche Gebäude wieder einem sinnvollen Nutzen zuzuführen. Sollte dies nicht gelingen, besteht doch auch die Chance, das Objekt nach einer Sanierung in eigener Regie und Obhut selber zu vermieten oder zu verkaufen. Dies halte ich für sinnvoller als neue Baugebiete am Ortsrand auszuweisen und man hat das Leben im Dorf.

Was mir aber sauer aufstößt, sind die enormen Kosten, die für eine Sanierung anfallen sollen, noch dazu wie es hieß, mit Luft nach oben. Da ich das Gebäude aus früherer Zeit ein bisschen kenne, kann man doch nur raten: Reißt das Zeug ab und baut's neu, meinetwegen im etwa gleichen Stil. Dies kommt wesentlich billiger und kann sicher auch nach modernen Gesichtspunkten genutzt werden. Feuchte Wände, Grundwasserprobleme und niedrige Decken würden der Vergangenheit angehören. Die ortsprägende Fassade mit der Verschieferung kann man doch wieder herstellen. Mein Rat an die Rugendorfer Räte: Lasst euch nicht von Sachverständigen oder Architekten belatschen (gegen die ich übrigens nichts habe), sondern setzt gesunden Menschenverstand ein. Auch wenn es bis zu 80 Prozent Zuschüsse gibt, sollte man bedenken, dass auch dieses Geld vom Steuerzahler kommt und der ein Recht hat, dass es sinnvoll eingesetzt wird. Leider hat unser Staat für solche Sachen oft nicht viel übrig, aber das Amt für ländliche Entwicklung hat auch für solche Anliegen Ratschläge bzw. offene Ohren. Zudem kann durch die günstige Lage sicher auch das Dach mit Photovoltaik genutzt werden, was auf jeden Fall besser ist, als die Felder zu verbauen. Ludwig Thurn, Kulmbach