Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Haßgau (MR) stand die Ehrung verdienter Betriebshelfer. Bei den MR-Frauen wurden geehrt: Christine Reinwand (Bischwind), Irene Schmitt (Krum) und Ilse Schmidt (Wasmuthhausen). Bei den Männern waren im Jahr 2016 am häufigsten im Einsatz: Arthur Schmidt (Wasmuthhausen), Franz-Josef Stöhr (Sulzdorf) und Franz-Josef Göller (Aidhausen).
Die Landwirte im Betriebshilfsring stünden sozial und technisch an vorderster Front, würdigte die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär als Gast der Versammlung. Die Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bestätigte, dass auf dem Land schon Tradition habe, was jetzt in den Großstädten beginne: die Sharing-Economy - Teilen und Leihen von Maschinen und Arbeitskraft, der Zusammenschluss von Einkaufsgemeinschaften oder die Bildung eines Netzwerks. Durch die Digitalisierung gewinne dies eine neue Dimension, vor allem in der Landwirtschaft, betonte Bär.


Mit Satellitentechnik

Bereits jetzt seien rund drei Viertel der in Deutschland verkauften Schlepper mit satellitengestützten Lenksystemen ausgestattet: "Eines der wichtigsten Produktionsmittel werden künftig ihre Betriebsdaten sein", sagte Dorothee Bär. Denn die Präzisionslandwirtschaft, Assistenzsysteme und Drohneneinsatz ermöglichten die Bodenschonung sowie präzisen Dünger- und Pflanzenschutz. Hierfür brauche es ein stabiles, flächendeckendes und ausreichend schnelles Mobilfunk-Angebot; das Ziel sei 5G. Aktuell gebe es die Situation "Bauer sucht Cloud", soll heißen, es gibt sehr viele Funklöcher.
Diese Situation prangerte Georg Dürrstein an: "Die digitale Abdeckung ist in der Region ein extremes Problem". Bär bat er darum, dafür zu sorgen, dass die Datenhoheit über die erzeugten Daten beim "Erzeuger" bleibe, nicht etwa bei GM oder John Deere.
In der Digitalisierung eine Chance sieht auch Landwirt Florian Schuler. Unberechenbarer Faktor sei jedoch die Natur, meinte er, die sei auch mit Digitalisierung nicht planbar, und jeder Landwirt müsse damit täglich umgehen. Stellvertretender MR-Vorsitzender Alexander Krauser sprach Bär auf ein weiteres Problem an, die Breite landwirtschaftlicher Fahrzeuge auf der Straße.


16,3 Prozent mehr

Beim Jahresergebnis stellte MR-Geschäftsführer Tino Scheithauer ein Plus von 16,3 Prozent fest. Vor allem im Einsatz war der MR bei Transport, Futterbau und Strohernte, Körnerernte sowie Betriebshilfe und Landschaftspflege. Im Jahr 2016 kam die Unterstützung beim DLG-Feldtag dazu. Stärker lief die umweltfreundliche Maiszünslerbekämpfung mit Schlupfwespen, die mit einer Drohne ausgebracht werden können. gbw