Kronach — Während mehrere hundert Menschen am Montagabend in der Kühnlenzpassage zitterten, ob die deutsche Fußballnationalmannschaft das Viertelfinale erreichen wird, stand einer zwar ganz in der Nähe der großen Leinwand. Doch gesehen hat Robert Bayerkuhnlein von dem Spiel trotzdem nur wenig. Denn der Metzgermeister brät bei den Spielen der deutschen Mannschaft die Bratwürste für die Public-Viewing-Gäste - und das in einer Bude, die vor der Passage aufgebaut ist.
Über den Spielstand ist er - auch wenn er das jeweilige Spiel immer nicht sehen kann - trotzdem bestens informiert: "Ich höre ja, wenn gejubelt wird oder geflucht", nimmt Robert Bayerkuhnlein es gelassen. Und auch die Kunden hielten ihn auf dem Laufenden.
Am Montagabend hört er einige Male ein Raunen aus dem Gebäude: vergebene Chancen. Aber auch erleichtertes Aufatmen nahm Bayerkuhnlein wahr.
Und dann hielt es nicht einmal mehr ihn hinter dem Grill. Als nach 90 Minuten noch keine Zuschauer aus der Kühnlenzpassage kamen, schaute er sich doch mal um und verfolgte die Verlängerung im Eingangsbereich der Kühnlenzpassage.

Am Freitag geht' s weiter

Hoffen, bangen und zittern war dort angesagt - bis André Schürrle letztlich nach Vorarbeit von Thomas Müller in der Verlängerung das erlösende 1:0 erzielte. Die Feier in der Kühnlenzpassage nahm seinen Anfang. Doch auch auf der Seite von Algerien gab es noch einige Male die Möglichkeit auszugleichen. Zittern bis zum Schluss hieß es also. Oder zumindest bis zum 2:0 durch Mesut Özil. Im Gegenzug konnte zwar Algerien noch den Anschlusstreffer erzielen, aber für ein Elfmeterschießen reichte das nicht mehr. Erleichtert verließen die Besucher nach dem Schlusspfiff die Kühnlenzpassage und werden sich dort sicherlich am Freitag wieder einfinden. Dann geht es - diesmal wieder früher - um 18 Uhr im Viertelfinale gegen Frankreich weiter.
Und dann ist sicher auch Robert Bayerkuhnlein wieder vor Ort - zum Bratwurstbraten, aber vielleicht auch, um ab und zu doch einen Blick auf die Leinwand zu erhaschen. ci/mw