von unserem Mitarbeiter Julian Uebe

Jena/Coburg — Der BBC Coburg gewann sein Eröffnungsspiel in der 2. Regionalliga Südost beim SC Jena II nach Verlängerung knapp mit 99:97.
Vier Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit führten die Gastgeber mit drei Punkten. Es stand 93:90 als Neuzugang Kevin Eichelsdörfer, der bis dahin dahin eher eine durchwachsene Wurfbilanz hatte (20 Prozent), an der Dreierlinie zum Wurf ansetzte. Ein Pfiff. Viel Aufregung. Eine Sirene. Die Spielzeit war abgelaufen, doch vorher wurde Foul für Eichelsdorfer gepfiffen.
Das bedeutete bei einem Dreierversuch drei Freiwürfe. Die Last der gesamten Partie, die zu diesem Zeitpunkt bereits knappt zwei Stunden angedauerte, lastete auf den Schultern des BBC-Neuzugangs. Eichelsdörfer verwandelte tatsächliche alle drei Würfe souverän und wurde mit frenetischem Jubel von Seiten der Tribüne und der Bank belohnt.


Mit beherztem Zug zum Korb

Auch in der nun notwendigen Verlängerung von fünf Minuten ließ die Intensität nicht nach, obwohl die Erschöpfung allen ins Gesicht geschrieben war. Am Ende war es wieder Eichelsdörfer, der die Verantwortung übernahm: Mit einem beherzten Zug zum Korb, einer kurzen Passfinte und einem Korbleger verhalf er seinem neuen Team zur entscheidenden Führung.
Erst wenige Tage vor dem Spiel verpflichteten die Verantwortlichen kurzfristig "Matchwinner" Kevin Eichelsdörfer. Außerdem gelang ein Glücksgriff, denn Conner Nord passte den Citybaskets Recklinghausen nicht mehr in den Kader. Da der "Korbjäger" aber definitiv in Deutschland spielen wollte, entschied er sich für Coburg.



"Glücksgriff aus Minnesota"

In Jena fehlte allerdings Aufbauspieler Yasin Turan - sicher eine Schlüsselfigur im Spiel des BBC - Center Imamovic, der noch eine Finger-Fraktur leidet, ging gehandicapt in das Spiel. Der "Glücksgriff aus Minnesota" bekam außerdem bis zum Spieltag am Samstag keine Freigabe.


SC Jena II gegen
BBC Coburg 97:99

Der BBC reiste mit zehn spielfähigen Männern nach Jena,
zwei von ihnen aus der Jugendmannschaft der Vestestädter. Der erfahrene, gegnerische Trainer Farsin Hamzei wollte daraus Profit schlagen. Seine Mannschaft presste von Beginn an in der Verteidigung, ließ keinen Zentimeter zu viel Platz.
Der defensive Druck äußerte sich in neun Fouls im ersten Viertel auf Seiten der Gastgeber, aber auch sieben Steals aus zwölf Ballverlusten der Coburger. In der Offensive trafen die Jenaer mit drei versenkten Langdistanzwürfen die Hälfte ihrer Dreier und übertrumpften damit auch die zehn versenkten Freiwürfe des BBC (83 Prozent). Mit einer 25:19-Führung endete die erste Periode für Jena. Bei Jena war es vor allem Richard Rietschel, der auch im zweiten Abschnitt da weitermachte, wo er aufgehört hatte. Mit einer Wurfquote von 100 Prozent bei 19 Punkten bereitete der 1,96 Meter große Forward den Coburger Fans ordentliche Kopfschmerzen.
Glücklicherweise waren bei den Gastgebern nicht alle mit einem solch glücklichen Händchen gesegnet und die Coburger
übernahmen gegen Ende des zweiten Abschnitts doch noch ein mal das Ruder.
Kapitän Albus und seine zwei Flügelspieler Walde und Eichelsdörfer spielten die ersten 20 Minuten durchgehend und verhalfen dem BBC mit 36 Punkten zu einer knappen Halbzeitführung von 40:44.
Nach der Halbzeitpause wurden die Vorteile einer tiefen Bank und jungen Beinen wieder deutlicher. Die Gastgeber ließen einfach nicht ab. Dazu fanden sie im Abschluss auch deutlich häufiger das Netz. Es war das punkteschwächsten Viertel der Coburger (18), die mit 62:70 vor dem letzten Viertel zurücklagen.


Neun schnelle Punkte von Herold

Doch im letzten Abschnitt kämpften sich die Coburger heran. Vor allem Herold überzeugte plötzlich mit neun schnellen Punkten aus der Distanz. Der Scharfschütze, der in den ersten 30 Minuten keinen Punkt verzeichnete, kreuzte genau in den richtigen Momenten auf und pushte die Mannschaft immer wieder. Und dann folgte die große Show von Eichelsdörfer. Völlig zurecht feierten die Coburger in fremder Halle als hätten sie ihr wichtigstes Saisonspiel bereits gewonnen. Denn neben den Ausfällen vor Spielbeginn, waren es nach Ablauf der regulären Spielzeit noch vier weitere Spieler, die in der Verlängerung nicht zum Einsatz kamen. Imamovic war nach dem dritten Viertel schon wegen Foulbelastung an die Bank gekettet und übernahm die Rolle des Motivators.
Zehn Minuten darauf hatten sich auch noch Krauß, Albus und Walde angeschlossen. Bester Punktesammler der Begegnung war Steffen Walde mit 30 Punkten, gefolgt von Kapitän Andreas Albus mit 22 und Kevin Eichelsdörfer mit 18.


Am Samstag in Dresden

Am Samstag geht es für den BBC Coburg noch ein Stück weiter als nach Jena. Dann treffen die Coburger Jungs auf Dresden.