Der Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach, und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) führen auch heuer wieder die Aktion "Hilfe für Kiebitze" durch. Wie es in einer Pressemitteilung des BN heißt, wurde das Projekt im vergangenen Jahr zum Schutz der immer seltener werdenden Kiebitze ins Leben gerufen.

Helmut König, der Kreisvorsitzende des BN, bedankte sich rückblickend bei den "Standbeobachtern". Das seien Personen, die zwei- bis dreimal die Woche morgens in acht ausgewählten Arealen des Landkreises nach brutwilligen Kiebitzen Ausschau hielten und den ungefähren Standort dokumentieren. Die UNB bittet daraufhin die Landwirte - gegen Entschädigung - um Rücksichtnahme auf die Brutgebiete in ihren Äckern und Wiesen, Ornithologen markieren die Nester. 24 Beobachter haben sich für dieses Jahr gemeldet.

Zu wenig Jungvögel

2018 waren 19 Beobachter insgesamt 263 Mal unterwegs und sichteten dabei mindestens 1612 Kiebitze. "Das sind zwar nur die Sichtkontakte der Beobachter, nicht die tatsächliche Zahl der für den Aischgrund ehemals typischen Vögel", erläutert König. "Letztendlich wurden lediglich 21 Brutpaare registriert." Für den Ornithologen Thomas Stahl sind das dann abzüglich der Verluste bei der Aufzucht der Jungen höchstens 40 überlebende Jungvögel. "Das ist zu wenig für den Erhalt der Kiebitze im Landkreis", so der Fachmann.

Andreas Sehm von der UNB ist für die Verträge mit den Landwirten zuständig. Er verweist auf acht abgeschlossene Vereinbarungen mit insgesamt 14 Kiebitz-Nestern. "Landwirte sind für die Hilfe absolut aufgeschlossen. Für vier Nester konnten keine Abschlüsse geschlossen werden, obwohl der Landwirt die Vögel schonte. Nur in einem Fall wurde ein festgestelltes Gelege durch Überfahren zerstört. Eine absolute Ausnahme", erklärt der Behördenvertreter. "Wesentlich für den Bestanderhalt ist eine gewisse Koloniengröße. Diese wurde 2018 nur im Raum Mühlhausen, bei Hesselberg und an den Brandweihern bei Neuhaus erreicht", erläutert der Ornithologe Stahl. Genau dort plant die Gemeinde Adelsdorf im Vogelschutzgebiet eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage. Nicht gerade erstrebenswert für die Naturschützer. König hat aber Hoffnung, dass sich aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" weitere Verbesserungen eröffnen. red