Zwischen Hoedspruit im Biosphärenreservat Kruger to Canyons (K2C) in Südafrika und Oberelsbach im Biosphärenreservat Rhön liegen rund 13 000 Kilometer. Während des einwöchigen Besuchs einer südafrikanischen Delegation in der Rhön schrumpfte diese Distanz nicht nur rein geografisch. Im fachlichen Austausch zeigten sich thematisch trotz aller Unterschiede zwischen den Regionen viele Gemeinsamkeiten.
Seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen den beiden Biosphärenreservaten. Gegenseitige Besuche wie der im vergangenen Jahr auf südafrikanischem Boden und dieses Jahr in Deutschland sind allerdings etwas Besonderes: "Wir sind wirklich dankbar, dass wir diese Möglichkeit über eine Förderung des Bundesumweltministeriums erhalten haben, denn das gegenseitige Vertrauen zueinander ist in den vergangenen Jahren gewachsen, und dabei ist der persönliche Kontakt wesentlich", betonen Marie-Tinka Uys, Leiterin der Delegation und der Biosphärenreservatsverwaltung K2C, sowie Dr. Doris Pokorny, die in der Bayerischen Verwaltungsstelle für die internationalen Beziehungen zuständig ist. Das Motto des Austauschs war die Umsetzung internationaler Ziele für Unesco-Biosphärenreservate. Hierbei ging es um Themen wie Naturschutz in der Kulturlandschaft, Umweltschutz in der Industrie sowie Nutzung von Biomasse aus der Region für Strom und Wärme. Ein Thema stand jedoch besonders im Mittelpunkt: die Vermarktung regionaler Produkte am Beispiel der Dachmarke Rhön. Im Rahmen des eng getakteten Zeitplans besuchten die Gäste die unterschiedlichsten Mitgliedsbetriebe der Dachmarke - vom Rhönschafzüchter über die Hofbäckerei bis zum Hotel. Zwei Workshops, in die die Rhön GmbH und der Vorstand der Dachmarke Rhön eingebunden waren, beschäftigten sich zudem mit der Frage, wie ein regionales Gütesiegel aufgebaut und umgesetzt wird, und welche Erfahrungen hierbei in der Rhön gemacht wurden. Diese Aspekte waren für die südafrikanischen Gäste von besonderem Interesse. Denn in ihrer Heimat müssen erst noch Möglichkeiten geschaffen werden, damit Produkte aus bäuerlicher Landwirtschaft an die Hotelbetriebe abgesetzt werden können. red