Die Haßfurter Naturfreunde haben eine regelrechte Insektenhotelkette errichtet.
Nachdem in den letzten Jahren bereits das Vereinsgelände am Main und die städtische Kindertagesstätte "Zwergenhaus" mit Insektenhotels ausgestattet wurden, baute Friedrich Müller in diesem Winter ehrenamtlich zwei weitere. Diese wurden nun, rechtzeitig, bevor der Frühling Einzug hält, mit Unterstützung durch Bernd Baumgart (ebenfalls von den Naturfreunden in Haßfurt) und dem städtischen Bauhof aufgestellt, wie die Stadt mitteilte. Das eine Insektenhotel erhielt erneut die städtische Kindertagesstätte, das andere fand unweit des Fröschturms seinen Platz. Neben Unterschlupfmöglichkeiten für Arten wie Florfliegen bieten die Insektenhotels von Friedrich Müller vor allem den verschiedenen Hautflügler-Arten Nistmöglichkeiten. Prominenteste Vertreter dieser Insektenordnung sind die Wildbienen. Vor allem für sie wurde die Nisthilfe mit Schilf-stengeln und markhaltigen Aststücken versehen. Unzählige Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser bohrten die Naturfreunde in dafür vorgesehene Laubholzstücke.
Gerade jetzt im Frühling sind viele Wildbienenarten auf der Suche nach Nistmöglichkeiten, weiß Dietmar Will, Biologe in der Stadt Haßfurt. Sie nutzen die blütenreiche Jahreszeit, in der wichtige Trachtpflanzen wie etwa Weide, Ahorn oder Schlehe Pollen in schier unglaublicher Menge zur Verfügung stellen.
Positiver Nebeneffekt dabei: Ebenso wie die Honigbiene bestäuben sie viele Kulturpflanzen, die auf den ersten Blick für Blütenbesucher vielleicht unergiebiger wirken. Aber erstens haben auch Wildbienen gewisse Vorlieben, was ihren Speiseplan betrifft, und zweitens spielt auch die Entfernung zwischen Nist- und Nahrungshabitat eine Rolle, erklärt Will und sagt: "Da kann ein 50 Meter entfernt stehendes Erdbeerpflänzchen attraktiver sein als ein in Vollblüte stehender Weidenbaum in fünf hundert Metern Entfernung." red