Kosmetikerin Madeleine Scheuring-Reimer erreichen täglich Anfragen: "Wann machst du wieder auf?" oder "Ich brauche dringend einen Termin!" heißt es da. Ihre Kunden warten sehnsüchtig auf die Öffnung des Kosmetikstudios "nagelneu" in Zeil. Anfang Mai wird es voraussichtlich so weit sein. Welche Hygienevorschriften Scheuring-Reimer dann konkret erfüllen muss, ist noch unklar. Wie geht es Ihnen in der Corona-Krise? Was bereitet Ihnen am meisten Sorgen?

Madeleine Scheuring-Reimer Angst um meine Gesundheit habe ich weniger. Wenn, dann eher um mein Kind und um meine Eltern, mit denen wir zusammen in einem Haus leben. Geschäftlich und finanziell sieht es anders aus. Die Corona-Krise bedroht meine Existenz und ich habe Angst, mein Studio nicht halten zu können. Die Konsequenzen mag ich mir gar nicht vorstellen. Ich bin seit 17 Jahren selbstständig und alleinerziehende Mutter.

Wie beeinflusst die Krise Ihre Arbeit ?

Mein Studio ist seit dem 18. März geschlossen. Ich arbeite Face to Face als Nageldesignerin, Fußpflegerin und Permanent-Make-Up-Artistin. Ich bin schon am Planen, wie ich den Abstand zu meinen Kunden wahren kann, um eventuell ab dem 4. Mai wieder öffnen zu können. Es sind schon kleinere Umbaumaßnahmen geplant und das Gute ist, dass sich bei mir im Studio immer nur ein Kunde aufhalten kann.

Gab es für Sie Möglichkeiten, während der Schließung Geld einzunehmen?

Ich habe meinen Kundinnen eine kleine "Hilfstüte" zusammengestellt. Damit konnten sich die Frauen ihre Lacke und Modellage selbst von den Nägeln entfernen. Die Tüte wurde kontaktfrei an die Studiotür gehängt und die Kundin konnte sie abholen. Verdient habe ich daran nichts, sondern nur die Materialkosten berechnet. Das war eher ein Service meinen Kunden gegenüber.

Wer oder was gibt Ihnen in dieser Zeit Kraft ?

In dieser sehr schwierigen Zeit geben mir mein Sohn, meine Eltern und mein Freund die nötige Kraft und Zuversicht, dass wir das alles schaffen und es hoffentlich bald wieder aufwärts geht.

Ansonsten versuche ich, die Dinge positiv zu sehen und die Zeit mit meiner Familie zu genießen. Wir können es ja nicht ändern. Immerhin hat Corona gezeigt, was wirklich wichtig ist: die Familie und die Gesundheit. Auch wenn ich meine Freunde vermisse. Wie stellen Sie sich die Zeit nach Corona vor?

Ich hoffe sehr, dass wir alle bald wieder etwas Normalität zurückbekommen, wir wieder arbeiten können, die Kinder wieder Freunde treffen und in den Kindergarten gehen können. Wahrscheinlich passiert das alles erst mal in kleinen Schritten, aber immerhin.

Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied Katja Müller