von unserer Mitarbeiterin Manja von Nida

Neustadt — "Ich bin heute hier, weil ich verkaufen will, Spielzeug, Sammelalben und so was. Aber ich habe noch viel mehr" erzählt Felix Carl. "Das und das und das, eigentlich alles, was sich dreht und womit man spielen kann". Der Tisch von Felix war jedenfalls genau so gut bestückt wie die seiner älteren Sammelfreunde. Spiele, Figuren, Hefte, Orden, alles was daheim leidenschaftlich gesammelt und deponiert wurde, sollte nun neue Besitzer finden.
Der neunjährige Bub zählt zum hoffnungsvollen Nachwuchs der Sammler- und Briefmarkenfreunde von Neustadt, ist allerdings auch der einzige, was Vorsitzender Burkhard Grempel sehr bedauerte. Am Sonntag fand jetzt die 9. Figuren- und Blechspielzeugbörse im Familienzentrum am Schützenplatz statt, und Felix war mittendrin. "Heute lief das Geschäft für mich schlecht. In der Heubischer Schule in der Turnhalle läuft das besser. Da hatte ich schon mal 50 Euro Umsatz gehabt, heute nicht mal die Hälfte. Aber vorhin hat eine ältere Frau bei mir etwas für 18 Euro gekauft", strahlt der Junge.
Sammler und Interessierte erwartete immerhin ein breites Angebot an Spielfiguren der Marken Elastolin, Lineol, Blechspielzeug bekannter und marktführender Spielzeughersteller, Orden- und Ehrenabzeichen oder Münzen und Banknoten. Alles, was den Nerv der Sammelleidenschaft traf, war zu finden. Der Besucher konnte sich Zeit lassen, alles in Ruhe begutachten und bei den Experten nachfragen.

Modellautos laufen gut

Standbesitzer Jürgen Braun, der zum ersten Mal ausstellte, hatte das Gefühl von einem eher schleppen Geschäft. "Aber wir haben auch etwas verkauft", da freute ihn. Modellautos würden allerdings gut laufen, wusste Braun.
Vorsitzender Grempel zog eine positive Bilanz. "Es hat sehr viel Spaß gemacht. Unsere Frauen hatten sogar Kaffee und Kuchen kostenlos angeboten. Das Warenangebot war sehr gut und es kamen sehr viele Besucher. Allerdings zeigten sich sehr wenige Kinder und Jugendliche", und das fand Grempel recht schade. "Es ist sehr schwierig, hier Jugendliche zu inkludieren", sagte der Vorsitzende.
"Dafür ist Felix unser Star", schmunzelte Sammlerfreund Arno Martin. "Der muss später auch mal den Vorstand machen, den Ausstellungsleiter, ölles", fügte Martin hinzu.
"Unsere Renner sind eigentlich die ganzen Elastolin-Sachen, alles andere, was man nicht braucht und zum Wegwerfen zu schade ist, ist quasi Beiwerk. Ein anderer freut sich darüber. Ich habe viele Neustadter Sachen wie hier die Friedel-Figuren", erzählte Martin, der bereits seit 1966 den Rödentaler Briefmarken- und Münzfreunden angehört. "Wir waren damals 18 Mann aus Neustadt, wir wurden älter und wollten nicht mehr nach Rödental. Da habe ich gesagt, passt mal auf, wir machen in Neustadt selbst einen Verein auf."
Das war 1988 "und das war keine Konkurrenz. Das geht nur miteinander, nicht gegeneinander. Wir gehen nach wie vor auch nach Rödental. Dort haben wir ja jedes Jahr den Oberfranken-Tauschtag", ergänzte Martin. Diesen leitet Martin als Ausstellungsleiter bereits seit Jahren.
Ob Felix eines Tages alle diese Ämter übernimmt, wird sich zeigen. Noch ist seine Sammelleidenschaft ungebrochen.