Mit der Rabattaktion "20 Prozent auf alles" versuchten die Mitarbeiterinnen der Herzogenauracher Kleiderkammer am Samstag so viel Sommerbekleidung loszuwerden wie möglich. Dafür fand ein Verkauf im großen Saal des katholischen Pfarrzentrums statt, da nur dort die Abstandsregeln einzuhalten waren.

Die Kleiderkammer ist seit mehreren Wochen wegen Corona geschlossen und konnte somit keine Kleidung mehr loswerden. Grund dafür sind die engen Räumlichkeiten im Untergeschoss des Pfarrzentrums St. Magdalena. Sollte die Einrichtung im Herbst wieder öffnen können, würde ja bereits die Herbst- und Winterbekleidung reinkommen, und deswegen musste Platz geschaffen werden.

Um die Übertragungsgefahr zu minimieren, wurden die Käufer dazu angehalten, ihre neuen Lieblingsstücke vor dem Tragen gründlich zu waschen. Die Aktion wurde gut angenommen, erzählt Elisabeth Klenk, etwa 30 Kauflustige seien am Vormittag zum Bummeln gekommen. "Eine Dame hat ihr neues Sommerkleid gleich anbehalten", ergänzt Anita Welker, "so gut hat es ihr gefallen."

Nicht nur für Flüchtlinge da

In der Kleiderkammer kann man Schuhe, Oberteile, Hosen, Accessoires, Jacken, Kleider und sogar Anzüge finden und zahlt dabei pro Teil im Schnitt einen Euro. "Die Leute haben ein ganz falsches Bild von der Kleiderkammer", erklärt Elisabeth Klenk. "Zu uns kann jeder kommen und für wenig Geld nachhaltig Kleidung kaufen. Schüler, Studenten und jeder andere, der regional und nachhaltig shoppen will. Viele denken, wir sind nur für Flüchtlinge da, aber das stimmt ja gar nicht." Teilweise sind die Sachen neu und ungetragen, manche haben sogar noch das Original-Etikett dran.

Ob und unter welchen Bedingungen die Kleiderkammer im Herbst ihre Pforten wieder öffnen kann, ist unklar.