Aufgrund der Corona-Krise kommt es auch in der oberfränkischen Teichwirtschaft zu Einschränkungen. Betriebe, die derzeit ihre Karpfen nicht wie gewohnt vermarkten können, müssen diese zurück in die Teiche setzen.

Die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberfranken informiert über die Auswirkungen auf mögliche Fördermittel im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (Kulap) und gibt eine Einschätzung zur aktuellen Entwicklung.

Besatzobergrenzen

"Unsere Fachberatung für Fischerei informiert über aktuelle Entwicklungen und steht den Teichwirten für Fragen zur Verfügung", versichert Bezirkstagspräsident Henry Schramm. Wenn Betriebe gezwungen seien, nicht verkaufte Karpfen aus den Haltebecken zurück in die Teiche zu setzen, könne es in Teichen mit einer Kulap-Förderung zu Überschreitungen der Besatzobergrenzen kommen.

Nach einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sollen Betriebe, die davon betroffen sind, solche Fälle ihrem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bis spätestens innerhalb von 15 Arbeitstagen nach Abschluss des Besatzes schriftlich melden und einen Fall höherer Gewalt geltend machen. Dies habe zur Folge, dass trotz der Überschreitung der Besatzobergrenze keine Sanktion verhängt werden muss.

Allerdings könne für diesen Teich im aktuellen Bewirtschaftungsjahr auch keine Kulap-Förderung gewährt werden. An dem Verpflichtungszeitraum insgesamt ändere sich dadurch nichts, heißt es in der Mitteilung weiter. Bei mehreren in die Förderung einbezogenen Teichen bleiben die Teiche mit passendem Besatz im Förderprogramm.

Wie Rückmeldungen zum Ostergeschäft an der Fachberatung für Fischerei zeigten, fördern Krisen die Kreativität, meint Thomas Speierl, Leiter der Fachberatung. So entstand in vielen Fischküchen, vorrangig im Aischgrund, der "Karpfen zum Mitnehmen". Der Fischlieferservice oder der "Fisch-Drive-in" mit Verkauf an einem neu eingerichteten Autoschalter waren weitere innovative Lösungen der Direktvermarkter.

Und noch etwas war zu beobachten: Insgesamt stieg die Nachfrage nach heimischem Speisefisch deutlich an, so dass in der Direktvermarktung trotz allem sehr gute Geschäftsergebnisse erzielt wurden. Viele Menschen, die zuhause sind, würden wieder mehr kochen und sich auch auf Qualität und Regionalität besinnen. red