Der Hinterhof der Mehrfamilienhäuser im Baumschulenweg war am vergangenen Wochenende Treffpunkt für einen Brunch der besonderen Art. Die Nachbarschaftswerkstatt der Johanneskirche hatte eingeladen, sich näher kennenzulernen.

Häufiger Wechsel

Anlass ist ein häufiger Wechsel der Einwohner, zudem sind in der jüngsten Zeit viele neue Nachbarn mit Fluchthintergrund in die Wohnungen gezogen - viele davon aus Syrien. Höchste Zeit also, dass man sich näher kennenlernt, fanden die Initiatoren.

Und so wurde essenstechnisch kräftig aufgefahren, denn jede Nachbarin brachte etwas zu Essen mit, unter anderem Hummus und Falafel, Couscoussalat, Apfeltörtchen und viele andere Leckereien mehr.

Die Kinder vergnügten sich am Kreativstand und die Erwachsenen übten sich anhand eines Quiz in Kulturkunde: Wie essen denn Menschen in Aleppo Quitten? Was kommt in deutschen Familien an Advent auf den Tisch? Und wie endet wohl dieses oder jenes bekannte arabische Sprichwort?

Nachbarschaftswünsche

Auch für die Frage: "Was wünsche ich mir für meine Nachbarschaft?", gab es Gesprächszeit. "Bitte keine lauten Spiele im Hof!", "Bitte den Müll trennen.", "Bitte mehr Rücksicht in den Abendstunden." waren nur einige der Wünsche. Denn wenn wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, bekommt vom Nachbarn oft mehr mit, als einem lieb ist.

Unterschiedliche Gewohnheiten

Auch die verschiedenen kulturellen Gepflogenheiten tragen hier und da zu Missverständnissen bei. Die Möglichkeit, miteinander zu reden, so die Teilnehmer, ist ebenso wichtig für eine gute Nachbarschaft wie gemeinsam zu essen und zu trinken. Und so verwandelte sich der Hinterhof im Baumschulenweg zum Treffpunkt für eine fröhliche Runde von Menschen verschiedener Herkunft, die in Coburg auf gut nachbarschaftliche Art miteinander leben wollen. Gefördert wurde die Aktion durch Mittel der Fachstelle für Partnerschaft und Demokratie der Stadt Coburg. red