Es waren elf Bürger aus Blumenrod, die einen weitreichenden Entschluss fassten. Im Sommer des Jahres 1892 kamen sie überein, einen Schützenverein in dem heute zu Rödental gehörenden Ort zu gründen. Der 17. August 1892 kann als Geburtstag des Zimmerstutzenvereins Blumenrod festgehalten werden. Denn an jenem Mittwoch erteilte das Landratsamt die offizielle Genehmigung, dass der Verein gegründet werden darf. In diesem Jahr kann der Zimmerstutzenverein Blumenrod sein 125-jähriges Bestehen feiern.
Schnell wuchs der junge Verein, da es auch schießsportbegeistere Bürger aus Spittelstein und Thierach nach Blumenrod zog. Den ersten Stempel drückte der Schreinermeister Marcus Eckardt dem Verein auf. Über 40 Jahre stand er an dessen Spitze. Die ersten Schießstände existieren nicht mehr, da die Staatsstraße in den 50er Jahren verlegt und mitten durch die Schießbahnen geführt wurde. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste der Schießbetrieb eingestellt werden. Nach dem Krieg mussten alle Waffen abgegeben werden und der Zimmerstutzenverein versank in einen "Dornröschenschlaf". Dass dieser nicht 100 Jahre anhielt, ist einigen beherzten Idealisten zu verdanken, die den Verein im Jahr 1959 wieder zum Leben erweckten, 29 Mitglieder, durchwegs Männer. Verantwortung übernahm Werner Eckardt, der mit dem Amt des ersten Schützenmeisters betraut wurde. Die Gastwirtschaft Schneider war dann die erste Adresse der aktiven Schützen. Luftgewehr und Luftpistole waren die Waffen, mit denen auf der Zehn-Meter-Bahn geschossen wurde. 1963 beschloss der Verein, ein eigenes Schützenhaus zu bauen. In Rekordzeit wurde das Vorhaben dank vieler Helfer realisiert. Bis 1985 leistete das Vereinsheim gute Dienste. Dann standen die Mitglieder vor der Frage: sanieren oder abreißen und neu bauen? Die Mehrheit entschloss sich für den zweiten Weg. Wieder hieß es in Blumenrod: kräftig in die "Hände spucken". Auch bei diesem Projekt funktionierte der Zusammenhalt vorbildlich. Helfer leisteten insgesamt über 3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Im September 1985 konnte das neue Gebäude dann seiner Bestimmung übergeben werden. Die Schützen sind sportlich recht erfolgreich, ihr Verein ist aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Neben dem Gesangsverein ist der Zimmerstutzenverein ein wesentlicher Träger der Dorfgemeinschaft. Dieser "gute Geist" hat dazu geführt, dass viele Mitglieder auch aus den Nachbargemeinden zu den Schützen in Blumenrod gestoßen sind.
Seinen 125. Geburtstag will der Zimmerstutzenverein mit einem würdigen Festabend am Samstag, 1. Juli, ab 19 Uhr in der Kirchenscheune in Fechheim begehen. Neben einem Blick auf die Entwicklung des Vereins stehen Grußworte von Ehrengästen und die Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder auf dem Programm. Musikalisch wird der Abend vom Jugendorchester Witzmannsberg bereichert. mr