Vor zwölf Jahren war die finanzielle Situation der Gemeinde nahezu aussichtslos. Inzwischen ist Weidhausen konkurrenzfähig und schuldenfrei. Viel wurde in den vergangenen Jahren investiert, um die Coburger Landkreiskommune voranzubringen. Das sei auch sinnvoll und wichtig, war am Montagabend aus allen Fraktionen und von Bürgermeister Markus Mönch in der Gemeinderatssitzung zu hören.

Um eine Kreditaufnahme kommt die Gemeinde zwar nicht herum, allerdings wurde in den letzten Jahren eine gute Basis geschaffen. Die Kreditaufnahme werde die Gemeinde nicht ein Jahrzehnt nach hinten werfen, meinte Andre Faber (Freie Wähler). Auch wenn heuer der Haushalt mit einer Kreditaufnahme verbunden ist, wurden Haushaltssatzung, Stellen- und Finanzplan sowie das Investitionsprogramm einstimmig beschlossen. Der Gesamtetat des Haushaltsjahres 2021 beträgt 9 282 600 Euro (knapp 6,5 Millionen Euro im Verwaltungs- und rund 2,9 Millionen Euro im Vermögenshaushalt). Die Einnahmen durch die Gewerbesteuer schrumpfen auf 1,1 Millionen Euro, der Ansatz im Vorjahr lag bei 1,6 Millionen Euro. Die Gemeinde muss sogar Gewerbesteuer zurückzahlen, und das wird 2021 kassenwirksam werden. Größte Ausgaben im Vermögenshaushalt sind die Aufwendungen für die Sanierung der Schulturnhalle (980 000 Euro) und den Kanalbau in der Hallstraße (730 000 Euro).

"Weidhausen investiert in die Zukunft, das wollen wir auch in den nächsten Jahren tun und das kostet Geld", sagte für die Fraktion der Freien Wähler Walter Lorper zum Haushalt. "Wir wollen und müssen das machen", ergänzte für die Dorfgemeinschaft Andre Karl. Nach dem Sparkurs der letzten zwölf Jahre sei auf die anstehenden Maßnahmen hingearbeitet worden. "Investitionen sind wichtig, um nicht in einen totalen Stillstand zu geraten", erklärte für die CSU-Fraktion Michael Hofmann.

Massive Schäden

Das Sanierungsvorhaben in der Hall- und Wiesenstraße bezeichnete Bürgermeister Markus Mönch als Befreiungsschlag für die Bürger. Schließlich würden beide Straßen stark frequentiert und seien in einem sehr schlechten Zustand. Weil eine bloße Sanierung nur Kosmetik wäre, wird der schadhafte Kanal voll ausgebaut und die Straße wird erneuert und auf fünf Meter verbreitert. Dann wird noch ein durchgängiger Gehweg angelegt. Um parkende Fahrzeuge von der Straße zu bekommen, könnten in der Hallstraße und an den Containern zusätzliche Parkflächen geschaffen werden. Im Juli könnte mit den Kanalarbeiten begonnen werden (Fertigstellung bis Juni 2020). Mit den Verkehrsanlagen könnte im nächsten Sommer begonnen werden (Fertigstellung 2023). Transparenz ist angestrebt. Die Anwohner sollen immer informiert werden. "Zwei Jahre eine Baustelle vor der Nase zu haben, ist ein Wort, denn vieles muss organisiert werden", sagte Mönch. ake