"Tolles Diktat - 2020" heißt in Russland eine bemerkenswerte Aktion, die vom russischen Bildungsministerium und der deutschen Botschaft sehr gefördert wird. Der föderative Staat unterstützt die sprachliche und kulturelle Vielfalt im Rahmen des Unesco-Tags der Muttersprache.

Seit Jahren werden in ganz Russland am selben Tag identische Diktate in deutscher Sprache abgehalten. Ausgehend von der "Tomsker Sprachschule Deutsch Online" fand die Idee schnell weite Verbreitung. So auch in Höchstadts Partnerstadt Krasnogorsk (Bezirk Moskau), wo die russische Deutschlehrerin und neue Höchstadter Ehrenspangenträgerin Elena Dildina im lokalen "Museum des Sieges" mit Unterstützung der Direktorin Margarita Ivashchenko die Veranstaltung organisierte. 27 Teilnehmer verschiedener Altersgruppen und Leistungsniveaus waren zum vorgegebenen Termin angetreten. Neu war das Engagement von Sibylle Menzel, Freundeskreisvorsitzende Höchstadt-Krasnogorsk e.V., die den Diktattext den russischen Schülern als Muttersprachlerin digital per Whatsapp übermittelte.

Ferner war der ehemalige Höchstadter Abiturient Jeremias Mennecke, der vor einigen Jahren am Schüleraustausch mit der Schule Opalicha in Krasnogorsk teilgenommen hatte, im Einsatz. Er leistet ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bezirk Moskau und diktierte ebenfalls als Muttersprachler.

Deutschschüler Dmitri Moiseenko kommentierte den Einsatz der Muttersprachler positiv: "Dies war mein zweites ,Tolles Diktat'. Diesmal wurde der Text von einem Muttersprachler gelesen. Das Schreiben, so seltsam es scheinen mag, war einfacher, da alle Laute gut ausgeprägt waren." Letzte Woche kamen die Ergebnisse der rund 67 000 schriftlichen Arbeiten aus Russland und weiteren osteuropäischen Staaten. Mit durchaus beachtlichen Erfolgen für die Krasnogorsker Teilnehmer. Mehrere Diplome für hervorragende Leistungen wurden zugesendet. Klaus Strienz