Es ist ein schöner Brauch, dass viele Musikkapellen aus dem Frankenwald an Silvester und am Neujahrstag die Bewohner mit klingenden Grüßen erfreuen. Im Wallfahrtsort Glosberg und in den Nachbarorten in Gundelsdorf und Reitsch zog der Musikverein Glosberg in einem wahren Mammutprogramm in den letzten beiden Tagen des Jahres 2016 mit seinen Ständerla von Haus zu Haus. Markus Welscher, der Vorsitzende des Musikvereins, freute sich sehr, dass er dafür wieder genügend Musikerinnen und Musiker motivieren konnte. Denn nur so wurde diese anstrengende, aber doch schöne Aufgabe der Erhaltung alter Tradition erst möglich.


Musikalischer Marathon

Das sei nicht immer einfach, sagt Markus Welscher, denn die Musikerinnen und Musiker müssen größtenteils in diesen Tagen auch noch ihrer Arbeit nachgehen. Zum Beispiel am vorletzten Tag des vergangenen Jahres, als man die Bürger in Reitsch und Gundelsdorf erfreute. An Silvester hieß es dann aber schon früh aufstehen, denn ab neun Uhr zog der Musikverein bereits durch den Wallfahrtsort. Gegen Nachmittag war schließlich auch das letzte Ständchen erbracht. Die jüngsten Instrumentalisten sind erst zwölf bis 14 Jahre alt und haben den gesamten musikalischen Marathon am Samstag mit bewundernswerter Ausdauer am Instrument durchgehalten.
Bei klirrender Kälte zog auch die Stockheimer Bergmannskapelle unverdrossen von Haus zu Haus und gab jeweils ein zünftiges "Ständela" zum Besten. Trotz alledem waren die Musiker bei guter Laune. Ein finanzielles Scherflein von den Bürgern war der Lohn für diese klingenden Neujahrsgrüße in altgewohnter Weise. eh/gf