von unserer Mitarbeiterin Barbara Lang

Marktzeuln — Die Tradition besteht seit langer Zeit - nach der Fronleichnamsprozession gab es schon immer im Oberfränkischen einen zünftigen Frühschoppen, bei dem auch die Musik nicht fehlen durfte.
Gleich nach der Gründung des Musikvereins im Jahre 1969 haben die Zeulner diesen schönen Brauch aufgegriffen, und so wird rund um Fronleichnam seit nunmehr über 45 Jahren das Musikfest gefeiert. War es von 1969 bis 1983 an den Felsenkellern, so ist es seit dem Bau des Musikheims der lauschige Biergarten am Haus, der zum Verweilen einlädt.
Das Fronleichnamsfest kann man gleichsam als Geburtstag des Musikvereins sehen, war es doch der damals zehnjährige Rainer Michel, der 1968 bei der Prozession Trompete spielte. Seiner Pionierarbeit ist es zu verdanken, dass es viele Nachahmer gab und am 14. Januar 1969 eine Knabenkapelle gegründet werden konnte. Musikalischer Leiter und Ausbilder wurde Musikveteran Otto Kutschka, Erster Vorsitzender wurde Jakob Baier, der den Verein bis 1979 leitete.
In den Jahren 1971 und 1994 war Marktzeuln Mittelpunkt zweier erfolgreicher Kreismusikfeste des Nordbayerischen Musikbundes. Nachdem 1973 bis 1975 Reinhold Aberle der musikalische Leiter war, übernahm 1976 bis 1995 Alois Kutschka das Amt des Dirigenten. Jener übergab 1995 den Taktstock an seinen Sohn Peter, der bis 2009 musikalische Impulse setzte. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereins war nicht nur Anliegen der Dirigenten, sondern auch der damaligen Vorsitzenden Hans Fiedler (1979-1989) und Heinz Fischer (1989-2009).

Eigenes Musikhaus

Eine der größten Ereignisse in der Geschichte des Vereins war der Bau des eigenen Musikhauses. So wurden, federführend durch den damaligen Vorstand Fiedler, 1984 die neuen Proben- und Veranstaltungsräume eingeweiht. Unterhalt und Besitz liegt bis heute in Händen des Vereins, was für ein hohes Maß an musikalischem und wirtschaftlichem Weitblick spricht. Regelmäßig werden Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Vereinsheim durchgeführt. Ob Einbau einer Zentralheizung, Anbau eines Podiums oder, wie 2014 geschehen, die komplette Renovierung des Probenraums: Die aktiven und passiven Vereinsmitglieder sind mit viel Engagement zur Stelle, so dass die Arbeiten hauptsächlich in Eigenregie durchgeführt werden können.
Der Verein mit seinen fast 300 Mitgliedern gruppiert sich im Jahr 2015 in ein 45-köpfiges Hauptorchester und ein knapp 20-köpfiges Schüler- und Jugendorchester. Neben traditionellen und kirchlichen Auftritten im Jahreskreis (Schützenfeste, Kirchweihen, Frühschoppenkonzerte etc.), wird großer Wert auf die Teilnahme an Konzertwertungsspielen gelegt. Die symphonische Blasmusik ist Zugpferd des großen Orchesters und wird auf regelmäßigen Konzerten bzw. Serenaden beeindruckend unter Beweis gestellt. Musikalischer Leiter der beiden Orchester ist seit 2009 der staatlich geprüfte Dirigent Christian Stenglein.
Ebenfalls seit 2009 obliegt die Vereinsführung der Ersten Vorsitzenden Barbara Lang, unterstützt wird sie durch Zweiten Vorsitzenden Tim Matuschek und Dritten Vorsitzenden Bernd Grebner.

Jugendförderung

In der Satzung des Vereins verankert und damit Grundpfeiler der Vereinsarbeit ist die Jugendförderung. Musikalische Früherziehung (Blockflötengruppen) und der instrumentale Einzelunterricht wird durch professionelle Musiklehrer erteilt. Von Anfang ihrer Ausbildung an werden die Kinder und Jugendlichen in das Schülerorchester integriert und mit den ersten Fortbildungsmaßnahmen des Nordbayerischen Musikbundes (Juniorabzeichen und D1) auf das große Orchester vorbereitet.
Und damit unter den Kindern und Jugendlichen auch der Spaß nicht zu kurz kommt, kümmern sich die Jugendleiter um Peter Pietz sehr engagiert um Aktivitäten und Veranstaltungen außerhalb der Musikproben. Natürlich haben die Zeulner Musiker für ihr Fest auch heuer wieder ein attraktives Programm auf die Beine gestellt: Am Mittwoch gibt es den "Abend der Vereine". Am Feiertag früh übernimmt ebenfalls die heimische Kapelle mit einem Frühschoppenkonzert den musikalischen Part. Vorher ziehen die Musikanten mit Marschmusik von der Kirche zum Musikhaus. Nachmittags gibt es zum Kaffeekränzchen Auftritte der Nachwuchsmusiker. Für die Jüngsten kommt bei schönem Wetter das Spielmobil des Kreisjugendrings. Im Zuge der Aktion "Unser Landkreis gegen Drogen" gibt es eine Saftbar mit alkoholfreien Cocktails. Ab 17.30 Uhr klingt der Tag aus mit einem Konzert der Weismainer Blasmusik. Am Freitagabend spielt die Partyband "Die Bamberger" auf und sorgt für beste Stimmung, der Eintritt dafür kostet fünf Euro.
"Mit diesem Festprogramm bleibt die Musik der Mittelpunkt unseres Festes", meint Vorsitzende Barbara Lang mit einem Seitenblick auf viele Vereine, die immer öfter, meist aus Kostengründen, auf musikalische Umrahmung ihrer Feste verzichten.
Kulinarisch verwöhnen die Musiker ihre Gäste mit Spezialitäten, besonders beliebt ist das Spanferkelessen am Donnerstagmittag. Kaffee und Kuchen am Nachmittag sind obligatorisch. Erstmals gibt es am Mittwoch fränkische Brotzeitplatten.