Zu einer musikalischen "Winterreise" lädt der Trebgaster Förderkreis für Kirchenmusik am 21. Februar um 17 Uhr in das Kantorat ein.
Im Herbst 1827 komponierte Franz Schubert (1797 - 1828) den Liederzyklus "Die Winterreise", bestehend aus 24 Liedern für Singstimme und Klavier. Die Texte stammen von dem deutschen Dichter Wilhelm Müller (1794-1827). Schubert wurde von den Gedichten unmittelbar angesprochen und vertonte sie im Todesjahr Wilhelm Müllers, ein Jahr vor seinem eigenen Tod. Schubert und Müller sind sich persönlich nicht begegnet, und ob Müller vor seinem Tod 1827 von Schuberts Vertonungen erfuhr, ist nicht nachweisbar.


Darstellung eines Lebensweges

"Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh' ich wieder aus". Mit diesen Versen beginnt die "Winterreise", einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik, mit dem Schubert eine Darstellung des Lebensweges eines Menschen gelang. Im Verlauf des Zyklus wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser zieht nach einem Liebeserlebnis aus eigener Entscheidung ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht.
Gesungen wird die "Winterreise" von Juan Carlos Falcon (Foto), der auch bereits die Tenor-Solopartien in den Trebgaster Oratorien-Aufführungen "Die Schöpfung" und "Der Messias" übernommen hatte. Falcon hat nach Beendigung seines Gesangsstudiums an der Staatlichen Hochschule für Musik in München Festanstellungen als Ensemblemitglied an den Theatern Coburg, Hof und Regensburg übernommen. Seit 2002 ist er als freiberuflicher Opern- und Oratoriensänger tätig.
Am Klavier begleitet ihn beim Konzert im Kantorat Hans Martin Gräbner, der Musikwissenschaft, Psychologie und romanische Sprachwissenschaft studiert hat. Ergänzend absolvierte er Meisterkurse und Hospitanzen unter anderem bei Daniel Barenboim. Gräbner erhielt aufgrund seiner Leistungen zwei Mal das Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes. 1989 übernahm er die musikalische Leitung der Studiobühne Bayreuth und machte sich einen Namen als Komponist zahlreicher Musicals, Schauspielmusiken, Revuen und Opern. Er gastierte auch an der Semperoper Dresden sowie den Theatern Pforzheim, Coburg und Hof. Neben der Theatermusik widmet sich Gräbner der Kammermusik, schrieb Lieder, Chansons, Kammermusik, Chormusik und auch Filmmusiken. Außerdem ist er als Arrangeur und Pianist im Jazz-Bereich tätig. red